Monday, 27.08.2007

Schulanfang

Der Schulleiter erläutert die Schulphilosophie. Die üblichen Schlagwörter: Teamfähigkeit, Motivation, Umweltbewusstsein.... Und dann mit eigenen Worten: "Jeder kann sich frei entfalten, solange er in die richtige Richtung geht." (Gelächter im Publikum)

Monday, 20.08.2007

Zurück aus Bayern

Urlaub im Oberallgäu verbracht. Große Autos standen da 'rum. Die Leute in Jack-Wolfskin oder Salewa gewandet. Sattes Grün im Tale und Fernsicht auf der Höh'. Alles was nach Kuhstall und Arbeit riecht dezent vor den Augen der Urlauber versteckt.
Jetzt bin ich wieder Zuhause. Als erstes das weite flache Land mit den Kraftwerken und Chemieanlagen am Horizont. Dann der holprige Böllberger Weg mit den verfallenden Häusern. Beim REWE um die Ecke die grauen Leute mit den kaputten Gesichtern, die nur Fertiggerichte kaufen. Vor meinem Fenster wieder der nutzlos gewordene Antennenwald und der bröckelnde Putz am Haus gegenüber.

Wednesday, 25.07.2007

Nischeninteresse

Die großen Filme, die im Cinemaxx mehrere Säle füllen, erhaben meidend, musste ich gestern unverrichteter Dinge wieder nachhause gehen. Der Dokumentarfilm Erik(A) im Zazie zog am kinoflauen Dienstag nicht genügend Leute an.

Noch ein Interview mit Erik Schinegger bei an.schläge

Monday, 11.06.2007

Epilog Block G8

Was eine Freude den zurückgekehrten Blockierern zuzuhören. Wie sie heimgekehrt aus den Schlachten des zivielen Ungehorsams von ihren Heldentaten berichten. Olle Gandhi hätte seine Freude dran.
Gramsci und Focault ziehen ihre Stirn in Falten. Zwar haben die Blockaden gezeigt, wie leicht viele was erreichen können. Die Zeichen der Hegemonie stehen gerade nicht auf Revolution - die Macht des Kapital(ismu)s hat sich tief in die Seele des doitschen Volkes gefressen.
Da sitzen jetzt die Tausenden Blockierer wieder zuhause, multiplikatorieren ihre Freude/Erfahrung an ihre Szenekontakte weiter - und doch bleibt die ganze Sache für Millionen eine Episode im TV mit ein paar Wasserwerfern und Wursthaarträgern.

Wednesday, 23.05.2007

Kurztrip Luxemburg

Da sind wir also mal CO2-verfeuernd eine Rund durch Luxemburg gefahren. Beeindruckend wie eine Fahrt durch ein Rapsfeld, einen Tagebau oder an Leuna oder Bayer vorbei. Rapsfelder und Tagebaue liefern Rohstoffe, Leuna und Bayer Pillen und Benzin.
In Luxemburg hat sich das schröckliche raffende Kapital zusammengerottet. Man fährt kilometerweit durch große kubische Glaspaläste an denen jeweils ein Bank-, Versicherungs- oder Fondmanagementname steht...

Tuesday, 22.05.2007

Kurztrip Trier

  • Die Porta Nigra erinnert mal wieder an das Kommen und Gehen von "Hochkulturen"
  • Die Innenstadt wurde im 2. WK bombardiert und danach mit hässlichen Kaufhäusern zugeschissen, so dass sich der Zoni wie schon so oft über die Kritik des Westens an der real existierenden sozialistischen Architektur wundert.
  • Neben Marx seinem Geburtshaus sitzen Leute mit Wasserpfeifen vor eine Kneipe. Weiter hinten konkurrieren ein paar Sexshops mit bunten Lämpchen um Kundschaft.
  • Im Schaufenster von so einem teuren Taschenmesserladen begegnete mir der Eierschalensollbruchstellenverursacher
  • Ich konnte eine gute Tat begehen. Eine Frau in der Abenddämmerung hatte vergessen, wie man einen Dynamo am Fahrrad einschaltet. Ich konnte ihr helfen.
  • Am Abend rollen die Studenten ihre Rollkoffer durch die Stadt. Diese Dinger, die mir so peinlich sind wie Krawatten und Stoffhosen.

Monday, 21.05.2007

Smalltalk brutal

Ein Hauptschüler allein unter Gymnasiallehrern und deren hochbegabten Kindern:
"In welche Klasse gehst Du jetzt."
"In die zehnte."
"Macht Ihr 12 oder 13 Jahre Abitur."

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Wednesday, 25.04.2007

Neulich im Lehrerzimmer

sagt doch eine Kollegin: "Mein Test war zu leicht, 6 Einsen und keine Fünfen und Sechsen." Also mit anderen Worten: "So ein Mist, ich habe es nicht geschafft zu erreichen, dass ein Teil der Schüler nicht verstanden hat, was ich beibringen wollte." Alle Horrorgeschichten über sadistische Lehrer sind wahr. Es gibt sie diese Typen, die voll in ihrer Aufgabe als Selektierer aufgehen, die es voll in Ordnung finden, dass die Schule Versager und Gewinner produziert.

Tuesday, 24.04.2007

Elternabend

Eine Hauptschulklasse mit Leuten, die aus Lernbehindertenklassen kommen und teilweise noch körperbehindert sind, kommt zum Abschluss. Man freut sich, dass die "Kinder" nicht nur die Hilfsschule schaffen werden - sondern den Hauptschulabschluss. Wir berichten uns gegenseitig, wie toll wir Bewerbungen geschrieben haben und wir unseren Nachwuchs immer wieder zum Weitermachen motivieren. Und wie keiner eine Leerstelle gefunden hat. Und der small talk ist noch stolz drauf, wie der Nachwuchs mit Durchhalteparolen und Nachhilfeunterricht auf Spur gebracht wird in ein Rennen, das ziemlich aussichtslos ist mit Klumpfuß oder -hirn. Die Familie als kleinste Zelle reproduziert die unmenschlichen Scheißverhältnisse freiwillig täglich aufs Neue. Die Kinder von angepassten Lemmingen werden wieder Lemminge, die untertänigst nach einem Stück vom Kuchen ersuchen, anstatt die ganze Bäckerei zu nehmen.

Wednesday, 11.04.2007

Letzter Gruß


Ich rufe mir immer wieder ins Gedächtnis, die Wohnung da bei dem kleinen roten Kreuz war Scheiße. Es war zu laut. Die Häuser standen zu dicht aufeinander, viel dichter als es sich die Architekten am Anfang mal gedacht hatten. Und den einen Früh hatte ein Mitglied der Unterschicht in den Flur gekotzt und es war Winter und die Tür war angefroren, als ich zur Arbeit musste. Die Kakerlaken waren auch nicht totzukriegen, weil sie in der Wohnung über uns immer wieder nachgezüchtet wurden.
Trotzdem ist es ein eigenartiges Gefühl, wenn die Bude jetzt weggerissen wird. Hinter dem Haus ist eine Gartenanlage. Wir haben die Leute immer ein wenig bedauert, weil sie ihre Idylle eingebüßt haben. Wer zwanzig Jahre Geduld hatte, hat jetzt wieder seine Ruhe.

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