Friday, 30.11.2007

Mit 67 in den Himmel?

Da sitzen die veraltenden Lehrer an ihrem Frühstückstisch und zählen die Jahre bis zur Rente. Früher haben die Leute sich ein gutes Leben im Jenseits erhofft. Ist der Unterschied sehr groß?

Thursday, 29.11.2007

Früchte des Zorns

Das neue Album ist zwar schon seit Mai draußen, aber ich bin erst jetzt darauf aufmerksam geworden.

Sunday, 25.11.2007

Spritztour

Der autogeile Nachwuchs hat auch sein Gutes. Wir fahren mit dem Wagen in eine Gegend, da gibt es Bäume und Berge. Da ist es so still, dass es in den Ohren pfeift, und der Himmel geht bis zum Horizont und nicht nur bis zum nächsten Dachfirst.

Friday, 23.11.2007

Kommunismus für Kinder

Ich hab ja selten Geduld für Hörspiele. Aber bei freie-radios.net gibt es eine zu Herzen gehende Lesung des Buches "Kommunismus für Kinder". Die 50 Minuten habe ich mir genommen und mich mit Rotwein und Kerzchen in die Küche verkrochen.
Am besten hat mir gefallen, wie allerlei Fehlversuche etwa Real Existierender oder selbstverwaltete Betriebe/Kommunen mit leichter Zunge abgehandelt werden.
Und es gibt eine Fortsetzung, die sich zwar nicht so niedlich anhört, aber wohl trotzdem wichtig ist, für mich totalitär sozialisierten Menschen.

Wednesday, 21.11.2007

Buchhalter oder Terrorist

Die Zeit biografiert:
Mielke war 50 Jahre alt, als er zum obersten Terrorchef der DDR avancierte. Unter anderen Umständen hätte aus ihm ein ehrbarer Kaufmann werden können.

Monday, 19.11.2007

Die Netzhexe

wettert gegen Islam- und Frauenverstehersager.

Sunday, 18.11.2007

Der Prediger II

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Staat mit seinen neuen Gesetzen zur Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung,... wirklich eine neue Qualität an unmenschlicher Bösgarstigkeit erreicht.
Dieses Machtinstrument der jeweils herrschenden Klasse muss doch auch ein wenig mit der Zeit gehen. Da zieht so eine Horde Antifas Mülltonnen abfackelnd und Steine schmeißend durch die Stadt. Dabei sprechen Sie sich über Handy ab, wo das meiste los ist, eine Datenspur über ihre Position hinter sich herschleifend und preisgebend, wer mit wem spricht.
Früher reichten dem Staat Spitzel. Dann gab es Telefon und Telefonüberwachung. Heute gibt es Internet und Internetüberwachung. Es ist einfach nur blauäugig anzunehmen, dass der Staat tatenlos zusieht, wie sich die Technik weiterentwickelt und seine freiheitseinschränkenden Gesetze auf dem Stand des Telefonzeitalters belässt.

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Friday, 16.11.2007

Der Prediger

Dann war da noch der Mann vom CCC aus Dresden. Ein Wanderprediger in Sachen Datenschutz. Und er sprach Mahnungen aus und gab Geschichten zum Besten:
  • Du sollst dein Handy zuhause lassen, wenn du Böses tun willst, denn es sagt der Gedankenpolizei wo du gerade bist. Auch wenn du nichts Böses tun willst, du kannst ein Terrorist werden. Denn siehe: Alle die wir hier sitzen mit unseren Funktelefonen werden gesehen von der mächtigen Datenkrake - und wenn ich nun nachhause gehe und im Weltnetz suche, wie man eine Bombe bauet - so seid ihr mit mir im Boot.
  • Einmal traf ich einen Mann vom Stamme E-Plus, der sprach: Manchmal kennen wir das feine Geflecht der Beziehungen in einer Gruppe von Leuten besser als diese selbst.
  • Damals als die Funktelefone noch groß wie Ziegelsteine waren, kaufte ich mir ein solches Gerät. Und meine linken Gefährten hassten mich dafür und verstießen mich.

Sunday, 11.11.2007

Stirb langsam 4.0

Als ich zusah wie Bruce Willis sich auf einem Autobahnkreuz mit einem Lastwagen gegen ein Kampfflugzeug durchsetzt, fiel mir plötzlich das tapfere Schneiderlein ein oder Sechse kommen durch die ganze Welt. Und mir wurde klar, das ist ein Märchenfilm.
Dann stellte ich noch fest, dass der deutsche Titel der Reihe völlig sinnentstellend das physische Leiden der Filmhelden in den Vordergrund stellt. Im Original heißt es "Live Free or Die Hard". Außerdem noch der Kernsatz zur Motivation des Haupthelden: "Ich mache nur meinen Job." Am Ende wird diese Motivation noch gefördert, weil die Tochter gerettet werden muss.
Damit wird das ganze wirklich zu einem moralischen Rührstück, einer Schnulze für Männer. Und es wird auch klar, warum meinem Sohn so ein Märchenfilm so gut gefällt. Ist er doch umgeben von Eltern und Großeltern, die sich um ihre Kinder kümmern und die immer nur ihren Job machen/gemacht haben, obwohl die Chefs/Bedingungen entschieden sehr widrig sind/waren.

Monday, 05.11.2007

Konsumenten und Kartoffeln

Sinus Sociovision erforscht die Menschen in der Gesellschaft um Unternehmen im "proaktiven Change Management" zu begleiten. Mal ganz witzig/interessant zu gucken in welche Kartoffel man in den Augen den Marktforscher gehört.

Sunday, 04.11.2007

Uwe Pfeifer

Dann gab es noch ein Ausstellung von meinem Lieblingsmaler in der Villa Kobe. Als wir da waren, schwatzten gerade zufällig der Friedrich Schorlemmer und Uwe Pfeifer vor Publikum.
Und es war sehr angenehm anti-hyperintellektuell. Fragt der Pfarrer den Künstler, warum er malt, kommt der mit einer Story von seinem Mentor Mattheuer, der meinte: "Es müssen ja nicht alle wissen, dass man keine Lust zum Arbeiten hat." Hochfliegende Fragen aus dem Publikum nach Bedeutungen und Interpretationen blockt Pfeifer freundlich und bestimmt ab. Er malt Geländer mit Wasser dahinter, Mauern im Mondschein und seit einer Italienreise Kreisel mit Vulkanen. Punkt. Und wenn er für ein tolles G8-Plakat gelobt wird, weil er ein Bild mit acht Dolchen in einem Tisch gemalt hat, dann ist das für ihn der Gipfel der Überinterpretation.

Saturday, 03.11.2007

Glückliche Nichtstuer

In der Reihe "menschen-hautnah" beim WDR gab es den Beitrag "Glückliche Nichtstuer"
Endlich Mal ein bedächtiger, durchaus wohlwollender Beitrag über zwei Menschen, die sich weigern, zu arbeiten und es vorziehen müßig zu gehen. Ein angenehmer Kontrast zu all den Krawallreportagen von dicken, fetthaarigen Gespenstern, die Nudeln essend vor ihrem Fernseher verwesen.

Friday, 02.11.2007

Die Freiheit der Wahl

Bunix hat mich auf so ein Scientologie-Video bei Google aufmerksam gemacht:

Ich habe mir den Film angesehen, mit Zettel und Stift daneben:
"Perfekt abgestimmtes Ökosystem", "Jede Art vollkommen" --> Wieso ist die Biosphere gerade jetzt vollkommen, warum war sie es nicht vor 100 Millionen Jahren. Wieso sollen Menschen Bilder niedlich umeinander schwimmender Heringe brauchen, um sich zu einem anderen Handeln aufzuraffen.
"Schönheit & Fülle & Paradies" --> dazu Bilder intensiver Landwirtschaft, die die "blöde" bäuerliche Idylle verklären, obwohl doch gerade der Übergang zur Ackerwirtschaft die Verteibung aus dem Paradies bedeutet.
Na gut wenigstens das ganze Elend der ursprünglichen Akkumulation durch Raub und Mord wurde nicht vergessen.
"Kriege im Interesse der Hochfinanz" --> und ewig droht der strukturelle Antisemitismus.
Laufend dieses "wir". Was soll das? "unsere Profitgier", "unsere Strategie der Macht".
Dann noch fundamentale Kritik an Schule. Kann mensch machen. Ist aber gefährlich für das Seelenheil, wenn mensch selbst in dem Laden arbeitet.
Dann steht auf meinem Zettel noch was von "Machtelite vs. naive Mehrheit". Die Analyse, wie Macht funktioniert, ist ja wohl seit Adorno oder Focault auch schon etwas weiter.

Lichtblick

Da müssen doch meine Schüler mit Photoshop immer so Collagen zu einem Thema machen. Ich hatte mal wieder den Eröffnungsmonolog von Trainspotting zur Wahl gestellt:
Sag ja zum Leben. Sag ja zum Job. Sag ja zur Karriere. Sag ja zur Familie. Sag ja zu einem pervers großen Fernseher. Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Doosenöffnern... sag ja zur Gesundheit, niedrigem Cholesterinspiegel und Zahnzusatzversicherung, sag ja zur Bausparkasse, sag ja zur ersten Eigentumswohnung. Sag ja zu den richtigen Freunden. Sag ja zur Freizeitkleidung mit passenden Koffern, sag ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von Scheißstoffen.Sag ja zu do-it-yourself und dazu dass du am Sonntagmorgen nicht mehr weisst wer du bist. Sag ja dazu, auf deiner Couch zu hocken und dir hirnlähmende Gameshows reinzuzieh'n und dich dabei mit Scheiß-Junkfraß vollzustopfen. Sag ja dazu, am Schluss vor dich hin zu verwesen, dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen und den missratenen Egoratten von Kindern, die du gezeugt hast, damit sie dich ersetzen, nur noch peinlich zu sein. Sag ja zur Zukunft. Sag ja zum Leben....Aber warum sollte ich das machen?
Waren doch diese Jungen Erwachsenen der Meinung, dieses Thema sei aber nun wirklich ausgelutscht. Das war doch mal erfreulich.

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