Monday, 22.10.2007

Staats- und andere Krisen

Mathias Wedel stellt in seiner konkret-Kultur-Kolumne eine nette These auf: Die Leute leben so vor sich hin und immer mal geht was schief. Vielleicht geht den Leuten überhaupt alles schief und keiner versteht sie. Passt diese persönliche Krise, dieses Außenseitertum zeitlich mit gesellschaftlichen Umbrüchen zusammen, dann waren natürlich diese makropolitischen Wirren am persönlichen Chaos Schuld.
Er macht das an der Propagand-Schmonzette "Die Frau vom Checkpoint Charlie" fest:
Nicht selten - ich würde vermuten: täglich - ereignet sich beispielsweise folgende Geschichte: Eine Frau und ein Mann, zwei Kinder. Dann passt ihr alles nicht mehr - der schlechte Sex, die miefige Provinz, die klamme Kassenlage. Kurz drauf hat sie einen Neuen. Mit dem will sie weit weg, irgendwohin, wo es schöner ist. Vielleicht Amerika. Der Neue ist aber zu träge mitzukommen. Da zieht sie alleine los, muss aber allerlei Hindernisse überwinden. Die Kinder bleiben erst einmal beim Erzeuger. Das wäre Teil 1 des Fernsehereignisses. Teil 2 erzählt dann, wie sie versucht, die Kinder zu sich zu holen, viel weint, jedoch tapfer ist und sich außerdem wieder verliebt.
Soweit die systemneutrale Story, die überall da passieren kann, wo es Kleinfamilien und Monogamie gibt. Das wo die Frau aus dem Zitat dann raus wollte, war die DDR, wo sie hinwollte war der Westen und Stasi und Mauer haben ihr Schwierigkeiten bereitet.

Trackbacks

Use http://www.mueller394.de/blog/XE3system/tb.php?id=452 as the URL if you want to send a trackback to this post.

Comments











[←newer posts] [older posts→]