Monday, 30.07.2007

documenta 12.3

Ich bin öfter mal im Museum. Und freue mich, wie sich das Ausstellungswesen entwickelt: weg vom heiligen Exponat in der Vitrine hin zum Dingens, wo man mal auf einen Knopf drücken darf oder an einer Kurbel drehen. In dieser Hinsicht hat mich die documenta als Präsentationsort modernster Kunst hochgradig enttäuscht.
Na gut, dass man ein Ölgemälde nicht anfasst, kann ich gut verstehen. Aber ein Schiff solide zusammengeschweißt aus Eisenteilen? Oder so ein schwebendes Gewaber von Iole de Freitas aus Stahl und Kunststoff. Eine Installation im ganzen Raum, der zahlende Kunstkonsument bewegt sich durch das Objekt. Soweit so gut. Aber wehe man stößt irgendwo mit dem Kopf an oder wagt etwa seinen Tastsinn einzusetzen: "nicht anfassen," kräht es von der Aufsicht.
Ein drittes Beispiel: die Drehflügel von Charlotte Posenenske. Es geht um einen Holzwürfel mit lauter schwenkbaren Türen. Das Teil stammt aus den 60ern und wurde nachgebaut. Aber nicht etwa einigermaßen bissfest, so dass es 100 Tage hält, sondern wahrscheinlich so orginalgetreu, dass es als wir da waren halb kaputt war und am nächsten Tag vollständig gesperrt.
Dass ich wirklich fast auschließlich nur hören und gucken durfte, hatte ich nicht erwartet.

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