Die (radikale) Linke ist hässlich. In ihren Händen verkehrt sich Kritik ins Bekenntnis trivialer Seelen, jede schriftliche Äußerung in Propaganda aus dritter Hand und Sprache in einen fiesen Jargon. Sie weiß von sich selbst kaum mehr, als dass man sich irgendwie im Widerstand gegen Systeme, Strukturen und Herrschaftsverhältnisse befände, die sie nicht bestimmen kann. Ihre Elendsumzüge im Zeichen von Antifa und Noglobal, Antirassismus und irgendetwas mit Gender, auf denen schreckliche Wursthaarträger ihre beispiellose Kreativität zur Schau stellen, androgyne Antifaburschen oder -mädchen die neueste Turnschuh- und Kapuzenpullikreation auftragen, und Quotenmigranten ein Herz für fiese Kulturen und Religionen einfordern, vermögen noch nicht einmal die Teilnehmer zu begeistern, geschweige denn irgendwelche Passanten...Der Referent unendlich polemisch, bitterböse aber auch gehetzt und unsicher. Nichts von der überlegenen Arroganz eines Gremliza oder spöttischen Distanz des Duos Ebermann/Trampert. Empörte Gutmenschen-Zuhörer verlassen türenknallend den Saal, als er den Wahlsieg von Sarkozy gutheißt.
Im Prinzip wettert er gegen eine Linke, die Lob heischt, nur weil sie sich dafür einsetzt, dass alles gut wird und die sich dann wundert, dass sie dasselbe will wie die NPD. Er kritisiert den Angriff auf die Herrschenden und deren Symbole, weil der Kapitalismus ein Verhältnis ist, das alles und jeden durchdrungen hat.
Justus Wertmüller ist ein kleiner bissiger Terrier, der die Rebell-Clowns und G8-Blockierer von links in die Waden beißt und ständig mahnt, dass die "andere" attac-Welt mit stabilem Klima und ohne Hunger in Afrika noch lange keine befreite Welt ist.
