Tuesday, 08.05.2007

Sündige Tierwelt

In Oslo gibt es eine Ausstellung über homosexuelle Tiere. Gleich nochmal wieder überall rumgelesen. Auf die schnelle am spannendsten der Wikipedia-Artikel mit folgendem Zitat:
„Tatsächlich wirft die Bekanntschaft mit der Literatur der Antike ein äußerst verblüffendes Problem für den Geisteswissenschaftler auf, das den meisten Personen, die unvertraut mit den Klassikern sind, nicht in den Sinn käme: ob die Dichotomie, die durch die Termini »homosexuell« und »heterosexuell« unterstellt wird, überhaupt mit irgendeiner Realität korrespondiert. [...] Das Bewusstsein über Gründe der Unterscheidung folgt auf das Verlangen zu unterscheiden. Die Frage, wer »schwarz«, »farbig« oder »Mulatte« ist, beunruhigt nur Gesellschaften, die von rassistischen Vorurteilen beeinträchtigt sind [...]. In der antiken Welt kümmerten sich so wenige Menschen darum, ihre Zeitgenossen auf der Basis des Geschlechts zu kategorisieren, zu dem sie sich erotisch hingezogen fühlten, dass keine Dichotomie gebräuchlich war, um diese Unterscheidung auszudrücken.“
– John Boswell: Christianity, Social Tolerance, and Homosexuality. Chicago; London 1980. S. 58 f.
Passt zu der Vermutung, dass das ewige Einteilen in Männer-Frauen, Rassen, Homo-Heterosexuell, Nationen... eine ziemlich tiefgreifende Eigenart (Krankheit?) des Westens ist.

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