Sunday, 06.05.2007

Allein in der Shell

Ich, der brave Windows-Nutzer, der sein Brot damit verdient, andren Leuten den Einstieg in knapp 10 Programme vom Schlage Word oder Freehand zu vermitteln, installiere Linux. Die Leute, die ich in die Computerei einweihe, werden meist irgendwo zwischen Hartz IV und Generation Praktikum enden. Wenn die mit Werbeflyern, CD-Covern und Plakaten Geld verdienen sollen/wollen, sollten sie wenigstens kein Geld für die Software ausgeben und trotzdem legal bleiben können.
Ich also Linux (Kubuntu) installiert, um meinen Zöglingen dereinst den Weg in die Welt der offenen Quellen weisen zu können. Und dann klappt etwas nicht. Die Grafik will noch nicht recht. Ich komme erstmal nur an die Kommandozeile und will den Bootloader so konfigurieren, das er Windows als Standard startet, damit ich nach dem Anschalten aufs Klo gehen kann. Und dann stehe ich wieder völlig am Anfang. Ich kenne zig Menüstrukturen in Photoshop oder Word. Aber wie fährt man Linux runter. Wo sitzt die Datei für den Bootloader. Wie bewegt man sich dort hin. Wie editiert man eine Datei. Habe ich jetzt innerhalb einer Woche alles rausgekriegt, mit der Wikipedia als Webverzeichnis. Am längsten hat es gedauert, bis ich die Bedienung von Emacs hingekriegt habe... Aber dieses Gefühl des Ausgesetztseins auf einem fremden Planeten ist schon eigenartig.

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Comments

reaper / 06.05.2007, 14:13 / Link

Ja es ist ein Krampf das System zu wechseln und zu meinem Schrecken muss ich sagen wann immer ich an einen Windowsrechner komme und mein erstes Schaudern überwinde kann ich das Tagesgeschäft erledigen komme mit dem System klar. Seit einem Monat bin ich nun priveligierter Mac User und kämpfe bis heute mit dem Tastenlayout. Besonders das @ Zeichen macht mich Kopfschmerzen, statt auf ALT-GR + Q liegt es auf ALT + L, nicht weiter schlimm aber der eingeschliffene Mechanismus des PC Nutzers hämmert stets auf die rechte Apfeltast + Q was in der Regel das Programm schließt, die Arbeit ist im Eimer, alles aus Null ;) Aber man arrangiert sich, findet Wege.

Den Kampf mit dem Editor habe ich vor Jahren auch durch, Emacs, VI und schlimmeres, es war mir ein grauen, ich war glücklich wenn die GUI lief und ich Kate oder Gedit hatte, aber dann kam eine Phase wo ich auf der Shell arbeiten musste und ich musste mich entscheiden ich fand schließlich den Nachfolger von VI den VIM [1] mit vielen Plugins und einiger Konfiguration [2] ist dieser mächtig und schlicht zu gleich. Aber der Kampf [3] zwischen Emacs und VI wird wohl immer toben. Für die gelegentliche Arbeit auf der Kommandozeile, vor allem wenn es um den Notstand wie bei dir geht empfiehlt sich auch Nano [4], der ist bei fast allen Distributionen dabei und über eine Hand voll Kürzel bedienbar.

[1] http://www.vim.org/
[2] http://www.bunix.de/key/projekte-dotfiles-vimrc.htm
[3] http://cronopios.net/blog/wp-content/vivsemacs.png
[4] http://www.nano-editor.org/











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