Wednesday, 30.05.2007

Serviceoase Deutschland

In meinem Briefkasten steckte heute eine schwarz-gelbe Werbebroschüre von der Post. Auf Seite 8 findet sich:
Schon am Sonntag wissen, was am Montag im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" steht - Zukunftsvision? Nein, denn die Deutsche Post startet derzeit ein Pilotprojekt, ihre Zustellung auf sieben Tage auszuweiten.
Bebildert das Ganze mit einem freudig strahlendem Briefträger. "Samstag's gehört Vati mir!" fällt mir ein und kichernde Schweine in Fleischerwerbungen.

Monday, 28.05.2007

Mehrfrontenkrieg

Ach wie war es doch vor 100 Jahren noch einfach für die Weltverbesserer. Arm = Gut = revolutionär. Reich = böse. Die Armen waren vielleicht noch ein bisschen blöde, aber mit entsprechendem Parteilehrjahr...
Heute ist die Sache komplizierter. Das revolutionäre Subjekt hat mal wieder gerade keine Lust sich zu befreien. Und dann noch die Atomkraft, die Gentechnik, die Umwelt und noch sieben andere Dämonen.

Sunday, 27.05.2007

Antiker Reichtum

Auf Indymedia philosophiert einer über die Reichen, die immer reicher werden und so Zeugs. Das Einstiegszitat ist nicht schlecht:
In Homers Odyssee prahlte der Schweinehirt von Odysseus über den Reichtum seines Herrn: „Nicht zwanzig Männer zusammen haben so viele Reichtümer.“ (Odyssee, 14, 96f.)
Das Zwanzigfache eines Durchschnitthaushaltes war also im Griechenland Homers ein märchenhafter Reichtum.

Thursday, 24.05.2007

"Chaoten" in der Provinz

Selbst verschlafene Kleinstädte wie Finsterwalde werden von den Globalisierungskritikern belästigt. Am heiligen Pfingstfest kommt eine Fahrradkarawane durch die Stadt.

Oral History 6

Che2001 kennt eine Geschichte vom Fremden aus Indien.

Wednesday, 23.05.2007

Kurztrip Luxemburg

Da sind wir also mal CO2-verfeuernd eine Rund durch Luxemburg gefahren. Beeindruckend wie eine Fahrt durch ein Rapsfeld, einen Tagebau oder an Leuna oder Bayer vorbei. Rapsfelder und Tagebaue liefern Rohstoffe, Leuna und Bayer Pillen und Benzin.
In Luxemburg hat sich das schröckliche raffende Kapital zusammengerottet. Man fährt kilometerweit durch große kubische Glaspaläste an denen jeweils ein Bank-, Versicherungs- oder Fondmanagementname steht...

Tuesday, 22.05.2007

Kurztrip Trier

  • Die Porta Nigra erinnert mal wieder an das Kommen und Gehen von "Hochkulturen"
  • Die Innenstadt wurde im 2. WK bombardiert und danach mit hässlichen Kaufhäusern zugeschissen, so dass sich der Zoni wie schon so oft über die Kritik des Westens an der real existierenden sozialistischen Architektur wundert.
  • Neben Marx seinem Geburtshaus sitzen Leute mit Wasserpfeifen vor eine Kneipe. Weiter hinten konkurrieren ein paar Sexshops mit bunten Lämpchen um Kundschaft.
  • Im Schaufenster von so einem teuren Taschenmesserladen begegnete mir der Eierschalensollbruchstellenverursacher
  • Ich konnte eine gute Tat begehen. Eine Frau in der Abenddämmerung hatte vergessen, wie man einen Dynamo am Fahrrad einschaltet. Ich konnte ihr helfen.
  • Am Abend rollen die Studenten ihre Rollkoffer durch die Stadt. Diese Dinger, die mir so peinlich sind wie Krawatten und Stoffhosen.

Struggle

Im Fernsehen gab es "Struggle" einen österreichischen Spielfilm von Ruth Mader. So ein bitterböser Realismus mit einer tagelöhnernden Polin auf österreichischen Erdbeerfeldern und einem swingerndem Makler. Die Welt beschissen, wie sie ist. Und auch noch ohne Trainspotting-Humor, wie man ihn in skandinavischen Filmen trifft.
Das gefiel meiner Fernsehzeitung überhaupt nicht:
Typisch österreichisch: eine beklemmende, fast dokumentarische Betrachtung unserer Arbeits- und Lebenswelt, die nur wenige Anhänger finden wird.

Monday, 21.05.2007

Smalltalk brutal

Ein Hauptschüler allein unter Gymnasiallehrern und deren hochbegabten Kindern:
"In welche Klasse gehst Du jetzt."
"In die zehnte."
"Macht Ihr 12 oder 13 Jahre Abitur."

…read more…

Thursday, 17.05.2007

Verfassungsschutzbericht

Meine Mitteldeutsche Zeitung vermeldet, dass der Verfassungsschutz in seinem Bericht für 2006 30000 Mitglieder der linksextremen Szene gezählt hat.
Ist das viel oder wenig. 0,4 Promille der Bevölkerung. Mir fallen Sodom und Gomorrha ein und Abraham mit seiner Arche. Es ist in der Geschichte schon immer mal vorgekommen, dass alle doof geworden sind außer einem.
Und mir fällt Catal Hüyük ein, die urkommunistische Steinzeitstadt mit 10000 Einwohnern. Nur dass es die freiheitlich-demokratische Grundordnung meist nicht zulässt, dass sich ein Haufen Leute vom Rest absetzt und sein eigenes Ding durchzieht so wie im Planet der Habenichtse.

Wednesday, 16.05.2007

Damals

in der wilden Wendezeit, hielt der Gregor Gysi eine Rede, in der folgender Schnipsel vorkam:
... und die Bemerkung, das möchte ich dir lieber nicht am Telefon sagen, sollte für immer der Geschichte angehören.
(gefunden auf der französischen "Born in D.D.R."-Compilation) Passt doch gut zu Vorratsdatenspeicherung, Rasterfahndung und Lauschangriff?

Tuesday, 15.05.2007

Verbindung

Zuerst gab es in der contraste eine Dartsellung der Ereignisse vom 2. Juni 1967. Insbesondere ein Aufruf zum 2. Juni 1977 aus der radikal.Sozialistischen Zeitung für Westberlin, der mit folgenden Worten endete:
Heute zehn Jahre später wissen wir, dass es unsere Aufgabe ist, gegen Verschleierung und geschichtsloses Vergessen, Aufklärung Wahrheit und Verständnis zu verbreiten. Dies ist notwendig zur Bekämpfung des Todes, nicht zuletzt des atomaren Todes, der sonst zahllosen Menschen droht.
Insgesamt hörte sich die Sache ziemlich aktuell an. Was mich aufhorchen ließ, war der Verweis auf die atomare Gefahr: wir müssen einen auf Revolution machen, weil uns sonst die Bombe auf den Kopf fällt. Heute 30/40 Jahre später heißt es, wir müssen einen auf Revolution machen, weil uns sonst das Klima auf den Kopf fällt.

…read more…

Sunday, 13.05.2007

So ein Mist

Schon wieder eine Kommentar-Spam-Attacke. Diesmal jemand, der nur Kombinationen aus sinnlosen Zeichen sendet, da hilft auch der Spamfilter nicht, den mein kleines Programmchen hat. Wenn das weiter so geht, werde ich wohl so ein fettes Profiprogramm nehmen müssen. Eigentlich fand ich das ganz nett, mit so einem kleinen Programm zu arbeiten, wo ich die Chance habe, den Quelltext halbwegs zu verstehen.

Die bösen Chaoten schlagen zurück

Indymedia meldet:
Als Reaktion auf die massive Repression wurde heute anscheinend das Polizeiforum www.german-police.org gehackt. Es wurde augenscheinlich ein kompletter Dump der Datenbank mit allen Internas, inkl. versteckten Foren und private messages der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Nun kann man sich ausführlichst das interne Biertischgeschwätz unserer Freunde und Helfer durchlesen und sich davon überzeugen, dass es Polizisten gibt, die tatsächlich rechte und/oder gewaltgeile Äußerungen tätigen.

Thursday, 10.05.2007

Puppentheater

Kasperle Gib 8 Teil 1 und Kasperle Gib 8 Teil 2 von Bernadette La Hengst und den "Engagierten Fingern" auf YouTube.

Auf meinem Küchentisch

liegt eine Broschüre: "LRS Weder faul noch dumm!" Der Titel suggeriert, dass es etwas schlimmes ist, wenn ein Mensch dumm ist, dass es verwerflich ist, faul zu sein. Dann schon lieber die edle Abnormität von Prominenten wie Einstein und da Vinci oder Tom Cruise und Robbie Williams. Mit LRS kann mensch ein wertvolles und nützliches Mitglied der Gemeinschaft sein. Aber ein dummer und/oder fauler Mensch. Pfui.

Wednesday, 09.05.2007

Ich will den Kapitalismus lieben

von Funny van Dannen gestern im Radio. Immer wieder garstig schön.

Tuesday, 08.05.2007

Sündige Tierwelt

In Oslo gibt es eine Ausstellung über homosexuelle Tiere. Gleich nochmal wieder überall rumgelesen. Auf die schnelle am spannendsten der Wikipedia-Artikel mit folgendem Zitat:
„Tatsächlich wirft die Bekanntschaft mit der Literatur der Antike ein äußerst verblüffendes Problem für den Geisteswissenschaftler auf, das den meisten Personen, die unvertraut mit den Klassikern sind, nicht in den Sinn käme: ob die Dichotomie, die durch die Termini »homosexuell« und »heterosexuell« unterstellt wird, überhaupt mit irgendeiner Realität korrespondiert. [...] Das Bewusstsein über Gründe der Unterscheidung folgt auf das Verlangen zu unterscheiden. Die Frage, wer »schwarz«, »farbig« oder »Mulatte« ist, beunruhigt nur Gesellschaften, die von rassistischen Vorurteilen beeinträchtigt sind [...]. In der antiken Welt kümmerten sich so wenige Menschen darum, ihre Zeitgenossen auf der Basis des Geschlechts zu kategorisieren, zu dem sie sich erotisch hingezogen fühlten, dass keine Dichotomie gebräuchlich war, um diese Unterscheidung auszudrücken.“
– John Boswell: Christianity, Social Tolerance, and Homosexuality. Chicago; London 1980. S. 58 f.
Passt zu der Vermutung, dass das ewige Einteilen in Männer-Frauen, Rassen, Homo-Heterosexuell, Nationen... eine ziemlich tiefgreifende Eigenart (Krankheit?) des Westens ist.

Sunday, 06.05.2007

Allein in der Shell

Ich, der brave Windows-Nutzer, der sein Brot damit verdient, andren Leuten den Einstieg in knapp 10 Programme vom Schlage Word oder Freehand zu vermitteln, installiere Linux. Die Leute, die ich in die Computerei einweihe, werden meist irgendwo zwischen Hartz IV und Generation Praktikum enden. Wenn die mit Werbeflyern, CD-Covern und Plakaten Geld verdienen sollen/wollen, sollten sie wenigstens kein Geld für die Software ausgeben und trotzdem legal bleiben können.

…read more…

Saturday, 05.05.2007

Globaler Bewegungsführer

Von der Edition Nautilus gibt es ein neues Buch: Wir sind überall.
Wenn man nur nicht so eingespannt wäre in das allmächtige "Man kann ja sowieso nichts machen" - Man könnte sich fast Mut machen lassen. Aber vielleicht hat ja Foucault mit seiner Machtanalyse recht. Dann gibt es keine Guten/Unterdrückten und Bösen/Unterdrücker sondern nur ins Machtnetz eingewobene und manche (ziemliche viele) haben in dem Netz eine Masche erwischt, wo es ihnen ziemlich dreckig geht. Das klassische Revoluzzermenschlein verortet sich unten und sucht sich einen guten Guru, dem es folgen kann, um neue Machtverhältnisse zu schaffen. Das neue Widerständler-Menschlein aus "Wir sind überall" hat genug von Gewerkschaften/Parteien/Kirchen/NGOs und versucht aus dem Machtnetz auszusteigen...

Thursday, 03.05.2007

Südliche Gefilde

Was bei den Öffentlich-Rechtlichen mit Ihren Südsee-Schmonzetten üblich ist, steht auch der Stiftung Warentest zu. In Ihrem Test zu Trekking-Rädern heißt es in Heft 5/2007:
... waren unsere Testfahrer, zwei Frauen und fünf Männer, mit je einem Exemplar im Praxistest unterwegs. Und zwar im Februar. Weil zu dieser Zeit hierzulande noch Nässe, Glätte und Kälte vorherrschen, wurden die Fahrversuche wieder auf Mallorca durchgeführt.

Wednesday, 02.05.2007

Hitlerkäfer

Was es sonst noch gibt.

Tuesday, 01.05.2007

Freundliches Massenwandern


Ostern ist zwar vorbei. Aber Goethe sein Gewimmel war schon unterwegs zum Brocken bei Sonnenschein und Fernsicht. Und es war ein erträgliches Gewimmel. Das gewisse Maß an körperlicher Fitness, das nötig ist, um den Gipfel zu erreichen, schließt den unsympathischen Zeitgenossen aus, der sich mit Stöckelschuhen und Videoausrüstung die letzten 100 m vom Reisebus zur Sehenswürdigkeit wälzt.
Ein netter Ausflug für 26 kg Kohlendioxid.

[←newer posts] [older posts→]