Sunday, 14.01.2007

Karl Kraus

seine "Fackel" steht frei im Netz. Muss ich unbedingt mal reinlesen. So, wie Telepolis es schreibt, ist der Herr mir seelenverwandt:
Was Kraus selbst für viele seiner Leser unerträglich machte, das war seine Gabe, in kleinsten (gerade auch sprachlichen) Unstimmigkeiten die grundlegende Verfehlungen zu erkennen und explizit zu machen – egal, ob diese nun von kleinen Journalisten stammten oder von großen Kulturschaffenden. Nicht der Inhalt allein war dem Kritiker wichtig, er achtete auch auf den Ausdruck, auf Tonfall und Wortwahl, um sich damit ausführlichst auseinanderzusetzen (die methodische Bezeichung Dekonstruktivimus war damals noch nicht erfunden). Kraus definierte das publizistische Genre der Polemik neu, indem er seine Gegner direkt attackierte und unnachsichtig bloßstellte.

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