Wednesday, 31.01.2007

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Deutschland in den Grenzen von 1989

Tuesday, 30.01.2007

Witz für Eingeweihte


"Papa, darf ich auch so einen Rock haben?"

Monday, 29.01.2007

Ökologisch?

In Gräfenhainichen wurde ein Blockheizkraftwerk auf Pflanzenölbasis in Betrieb genommen. Hört sich gut an. Doch das Teil verfeuert Palmkernöl aus Südamerika, das per Schiff nach Rotterdam kommt. Dort wird es in einer Raffinerie aufbereitet. Das ganze findet statt, weil das südamerikanische Öl einschließlich Transport billiger ist.

Sunday, 28.01.2007

Badeanstalt

Am Sonntagvormittag in der Schwimmhalle. Früher recht anstrengend mit diesen lebensfrohen jungen Menschen, die platschend ins Wasser hüpften, kreuz und quer durchs Becken tauchten. Heutzutage schläft die Jugend noch um diese Zeit, erholt sich von den Drogenexzessen und den Killerspielorgien der letzten Nacht. Nur ein paar treusorgende Papis brachten ihren Kleinen das Schwimmen bei. Ansonsten nur brave Bürger, die im Kampf gegen die Folgen nicht artgerechter Haltung ihre Bahnen zogen - Badeanstalt eben.

Babel

Also mal ein nicht Comedy-Action-Monumental und trotzdem Mainstreamfilm. Unser Hauskino kündigt den Film so an:
Ein einziger Gewehrschuss verändert das leben mehrerer Menschen auf drei Kontinenten, die sich fast nie begegnen. Bei fahrlässigen Schießübungen verletzen zwei marokkanische Jungen die amerikanische Bustouristin Susan lebensgefährlich. Ihr Mann Richard bangt in einem Dorf bar medizinischer Hilfe um sie. Der Vorfall wird zum Politikum, und eine Jagd auf vermeintliche Terroristen nimmt ihren Lauf. Derweil schmuggelt die Haushälterin
Amelia zwei Kinder mit auf eine Hochzeit in Mexiko. Und in Japan leidet die taubstumme Chieko unter Vereinsamung. Weltumspannendes Ensembledrama mit vier raffiniert ineinander verwobenen Storys.
Und das "Ensembledrama" endet sehr schön realistisch. Die Drittwelthandlungsstränge um die marrokanischen Ziegenzüchter und die mexikanische Haushälterin enden in der persönlichen Katastrophe. Die Erstweltstränge um amerikanische Touristen, die mal ein paar Stunden auf den Rettungshubschrauber warten müssen, und um eine reiche japanische Familie enden mit Happy End und Versöhnung.

Saturday, 27.01.2007

2030 - Aufstand der Alten

In den 70ern habe ich die ganzen Klassiker gesehen: Soylent Green, THX1138, Zardoz, ... Auf das kommunistische Himmelreich auf Erden wartend und den spätkapitalistischen Zukunftspessimismus belächelnd. Nun also ein Reality-SciFi vom ZDF zur Zukunft des Sozialstaates. Einheitsrente für alle. Ein trickreiches Unternehmen baut Seniorenresidenzen in Afrika. Wem dort das Geld für medizinische Versorgung fehlt, der kommt in eine Lagerhalle, wird an Schläuche geklemmt, künstlich ernährt und von Drogen benebelt möglichst lange am Leben erhalten. Das ganze mit heimlicher Duldung des Staates. Wem diese Phantasie in D zu abgefahren ist, der ist leicht blauäugig.
Es gibt wenig Neues in diesem Dreiteiler. Die übliche Einschüchterung des verantwortungsvollen Lohnempfängers: Maloche bis zum Umfallen oder du wirst verarmen...

Tuesday, 23.01.2007

Virales Marketing

Ich hab mir auch schon dieses kleine Video zeigen lassen, wo so ein Motorradfahrer bei einem weiten Sprung verunglückt und mir nichts dabei gedacht, dass der Herr über einen Hornbach-Baumarkt fliegt. Jetzt musste ich mich belehren lassen, dass dies eine ganz übliche Werbemethode ist: Die Marketingfirma bastelt für ihren Kunden ein möglichst skurilles Filmchen, dass aussieht wie ein zufälliger Pleiten-Pech-und-Pannen-Film, packt das ganze auf youtube und wartet ab. Nennt sich virales Marketing. Beispiele. Beispiele2 Hintergrund zum Hornbachviedeo.

Sunday, 21.01.2007

Zum Frühstück

gab es ein kleines Stück von der Tödlichen Doris. Eine Sammlung kruder Unfälle:
  • Eine Frau raucht, während sie sich ihre Haare mit Haarspray verschönert, und verbrennt.
  • Ein Betrunkener zerschlägt mit seinem Kopf eine Schaufensterscheibe. Passanten finden seinen abgetrennten Kopf in der Auslage.
  • Ein kleiner Junge kriecht in einen großen Pappkarton, macht von innen zu und bewegt sich mit seinem Karton wie ein Würfel vorwärts. Dei vorbeikommende LKW-Fahrer nimmt an, der Wind habe den leeren Karton auf die Straße geweht.
  • Ein junge Frau wäscht sich unter dem Wasserhahn die Haare. Ihr Freund neckt sie und tippt sie an. Die Frau erschrickt. Der Wasserhahn durchbohrt ihre Schädeldecke. Blut, Hirn und Wasser spritzen durch die Küche.
Schon ein wenig verstörend, diese Sammlung zum gedeihlichen Samstagmorgen.

Friday, 19.01.2007

Tucholsky

Auf der Suche nach einem Gedichttext von Tucholsky bin ich auf eine übereifrige Seite gestoßen, die noch nicht nitbekommen hat, das es sich 71 Jahre nach dem Tod von Tucholsky ausgecopyrighted hat.

Kyrill 2

1 Milliarde Schaden = 1 Milliarde zusätzliche Binnennachfrage

Kyrill 1

Torsten Kleditzsch kommentiert in der Mitteldeutschen Zeitung vom 19.01.2007 den Orkan Kyrill unter anderem so:
"Soll das Klima nicht ganz aus dem Ruder laufen, muss zumindest der Ausstoß der so genannten Treibhausgase reduziert werden. Gelingt das nicht, so haben jüngst Wissenschaftler im Auftrag der britischen Regierung vorgerechnet, drohe der internationalen Wirtschaft ein Rückgang um rund 20 Prozent und eine Krise schwerer als jene Anfang der 30er Jahre. Mehr als 200 Millionen Menschen könnten auf der Flucht vor Überschwemmungen oder Dürren Aufnahme in fremden Ländern suchen. Zehn bis 15 Jahre bleiben nach Ansicht der Forscher noch, um die richtigen Konsequenzen zu ziehen."
Das ist genau der Punkt. Wen stört es denn, wenn das Klima aus dem Ruder läuft? Was sind die "richtigen" Konsequenzen? Für die "Wirtschaft" waren Weltkriege und Wirtschaftskrisen seit jeher willkommene Entschlackungskuren. Diese prognostizierten Probleme zwingen keinen Mächtigen zum Handeln. 200 Millionen auf der Flucht - schon heute krepiert aller 5 Sekunden eine Kind - und es erzeugt keinen Zwang zum Handeln. Shit happens.

Thursday, 18.01.2007

Meuterei auf der Bounty

Gestern gabe es noch Theater in der Werft. Der Werbeflyer sagte: "Ein Stück für Aussteiger und Workaholics." Ein tiefdurchgeistigter 1. Offizier und eine weniger intellektuelle Mannschaft besiedeln mit geraubten Frauen nach geglückter Meuterei eine idyllische Insel. Irgendwann haben sich alle Männer bis auf einen gegenseitig erschlagen.
Mir viel bei dem Stück wieder meine ungelöste Frage um das hierarchiefreie Zusammenleben von Menschen ein: Wie sollen sich Menschen einigen, die unterschiedlich intelligent sind. Wenn unterschiedlich starke Leute Holz fällen, ist das kein Problem. Dann sagt der Starke: Lass mich mal das Schwere machen. Aber wenn die Leute unterschiedlich klug sind? Sagt dann die Schlauere: Lass mich mal das denken, planen, entscheiden.

Förderalismus

Geht doch. Auf so einer Formelsammlung steht hinten drauf:
Das Tafelwerk ist ein Nachschlagewerk für Schülerinnen und Schüler in den Klassen 7 bis 10 der Regel- Mittel-, Sekundar-, Real-, Haupt- und Gesamtschulen. Es enthält Formeln und Werte aus der Mathematik, Physik, Astronomie und Chemie.
Über alle Schulformen und Ländergrenzen hinweg konnte man sich auf einen Wert für π einigen.

Sunday, 14.01.2007

Karl Kraus

seine "Fackel" steht frei im Netz. Muss ich unbedingt mal reinlesen. So, wie Telepolis es schreibt, ist der Herr mir seelenverwandt:
Was Kraus selbst für viele seiner Leser unerträglich machte, das war seine Gabe, in kleinsten (gerade auch sprachlichen) Unstimmigkeiten die grundlegende Verfehlungen zu erkennen und explizit zu machen – egal, ob diese nun von kleinen Journalisten stammten oder von großen Kulturschaffenden. Nicht der Inhalt allein war dem Kritiker wichtig, er achtete auch auf den Ausdruck, auf Tonfall und Wortwahl, um sich damit ausführlichst auseinanderzusetzen (die methodische Bezeichung Dekonstruktivimus war damals noch nicht erfunden). Kraus definierte das publizistische Genre der Polemik neu, indem er seine Gegner direkt attackierte und unnachsichtig bloßstellte.

Thursday, 11.01.2007

Die Welt ist schlecht

Ach es ist doch immer wieder erfrischend nach getaner Lohnarbeit die Zeitung aufzuschlagen und sich vom Elend dieser Welt zu überzeugen:
In der für die Gattung Mensch kurzen Zeit von ein paar tausend Jahren, in der es Überlieferung gibt, findet man keine Gesellschaftsform, die der Kreatur derart zusetzt und den Menschen so bagatellisiert wie der Kapitalismus. Er richtet das Individuum für seine Zwecke ab, bis es keines mehr ist und nach der Peitsche des Dompteurs verlangt, weil ohne Dressur Lohn und Belohnung nicht zu bekommen sind. Der Kapitalismus pervertiert die liebenswertesten Fähigkeiten des Menschen zur hassenswerten Routine: die Gabe, etwas herzustellen, zur Arbeitskraft, und die Lust, zu genießen, zur Kaufkraft. Michael Scharang in konkret 01/2007
Der zubenaserümpfende Einfachstrukturierte liest Bild und tobt über Kinderschänder und Managergehälter. Unsereiner wettert global systhemisch. Nach Feierabend, versteht sich.

Tuesday, 09.01.2007

Schwarz Weiß Rot

  • Die Farben von Hip-Hop-Deutschland auf MTV.
  • Wenn so ein Bild-Aufkleber mit einem Schwarz-Rot-Goldenem Herz lange an einem Laternenpfahl in der Sonne hängt verblassen die Farben. Der schwarze und der gelbe Streifen gehen über in Dunkel- und Hellgrau, der rote verschwindet ganz. Was übrig bleibt ist ein Graustufenbild der alten Reichsfarben.

Monday, 08.01.2007

Bayern 3

Kurzurlaub in den bayrischen Alpen und kein richtiger Schnee. In der Touristeninformation die üblichen Flyer: A4 - gedrittelt, quietschbunt mit glücklichen Menschen vorne drauf. Ein Prospekt fiel aus der Reihe: Schwarz-Weiß-Fotos, weiße Schrift auf schwarzem Grund - Dokumentation Obersalzberg. Da wo Hitlers Ferienhaus stand, gibt es jetzt eine Dauerausstellung, vom Freistaat Bayern in Auftrag gegeben. Dieses malerische Anwesen, das heute wahrscheinlich durch Eva Brauns Filmaufnahmen so bekannt ist. Hitler, der nette Typ, der entspannt mit anderen Nazigrößen scherzt...
Ich schreibe einfach mal auf, was ich gelernet habe, was mir gefallen hat und was mich gestört hat.
Gelernet:
Mir war nicht Recht bewusst, dass der Obersalzberg in aller Form ein zweiter Regierungssitz war mit den üblichen Bunkern und Kasernen.
Die oben erwähnten idyllischen Privatmenschaufnahmen, die fester Bestandteil des medialen Bildes von Hitler sind, wurden erst nach dem Krieg bekannt, waren kein Teil der Wochenschau, wie man heute denken könnte.
Positiv aufgefallen:
Damals in der DDR gab es nur den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus, vielleicht noch die Geschwister Scholl und dieses eine Attentat. Hier gab es an die zehn Tafeln mit den verschiedensten Widerstandsgruppen.

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Sunday, 07.01.2007

Bayern 2

Noch mehr Sprachbarrieren: Wir versuchten "Diesel" zu bestellen, dass das schiefgehen würde war vorher klar. Aber Bier mit Cola gemischt, das ging. In der nächsten Gaststätte erklärten wir gleich das Rezept und der Wirt nickte verständnisvoll: "Ach einen Neger." Stand auch so auf der Speisekarte "Neger oder Russ'n." Ob ein Russe genauso gemixt wird wie ein Neger, versäumten wir zu fragen.

Bayern 1

Sprachbarrieren:
  1. Verbotsschilder: Keine Pflanzen entnehmen - auch keine Latschen.
  2. Todesanzeigen: M. K. ist gestorben - der war Austragbauer von Schwaigspitzer und J.S. war die Krachlmutter von Hagen.

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