Friday, 15.12.2006

Bockelmann

Letztens gab es was von Eske Bockelmann und seinem Buch "Im Takt des Geldes" zu hören. Er stellte alte Musik vor, die keinen klaren Rhythmus hat. Gregorianische Gesänge und dergleichen. Seine These: Moderne Zeit, Ware-Geld-Beziehung und unser Musikverständnis mit der Forderung nach einem klaren Rhythmus gehören zusammen.
Demnächst gibt es von dem Herrn einen Vortrag in Leipzig:
Eske Bockelmann wird, in Anlehnung an Ausführungen seines gleichnamigen Buches, einige zentrale Thesen zum Zusammenhang von Warenform und Denkform vorstellen. In der Tradition Alfred Sohn-Rethels fragt Bockelmann nach dem Ursprung apriorischer Wahrnehmungs- und Denkformen und versucht, den Konnex zwischen der Entstehung des Geldes und der synthetischen Wahrnehmungsleistung des Subjekts plausibel zu machen. Bockelmann beschäftigt sich dabei zunächst mit den sinnlichen Formen der Erkenntnis. Das Wahrnehmen von Rhythmen bei jeder Rezeption von Sprache und Musik ist Produkt neuzeitlicher Praxisformen.
Die Abstraktionsleistung die von Nöten ist, um Waren zu tauschen, d.h. bestimmte Ware und unbestimmtes Geld formal gleich zu setzen, konstituiert die Zweiwertigkeit akustischer Rezeptivität. Die Historisierung der sinnlichen Wahrnehmung wird dabei zum Ausgangspunkt für die Historisierung der abstrakten Grundlagen moderner Wissenschaft, die ebenso auf einem grundlegenden Dualismus von Sinnlichkeit und Vernunft, von abstrakt und konkret aufruht.

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