Sunday, 31.12.2006

Abba

Eine Spezialsendung über Abba brachte es ans Licht. Allerlei Großaufnahmen der Superweltstars in vollem Bühnen-Makeup brachten es ans Licht: Vor zwanzig Jahren durften Stars noch schiefe Zähne haben, grobporige Haut und Falten.

Prekariat und Unterschicht

Die Wildcat zitiert aus dem Freitag
Der Unterschied zwischen Prekariat und Unterschicht ist offensichtlich: Die einen gucken arte, die anderen 9live. Die einen wollen nicht mit einem wie Kurt Beck reden; die anderen können es nicht. Den einen bedeuten eigene Kinder ein Armutsrisiko, den anderen sichert jedes weitere Kind durch Erziehungs- und Kindergeld das Familieneinkommen.

Monday, 25.12.2006

Ratgeber

Lustig, wie sich die Ratgeber der bunten Seiten, Frühstücksradios und Feierabend-TV unisono überschlagen im Mahnen vor dem schröcklichen Weihnachtskrach. Ich hab es jetzt dreimal in mein Hirn geträufelt bekommen. Man soll Spazierengehen und Bananen essen, damit man Stresshormone abbaut, seine Verwandten nicht beschimpft und seine Todeswahrscheinlichkeit senkt.

Friday, 22.12.2006

Firebug

IT-Frontal hat mich auf ein Firefox-Plugin hingewisen, mit dem sich eine Webseite wesentlich komfortabler analysieren lässt, als wenn man nur den Quelltext anglotzt. Das Teil heißt Firebug.

Neusprech

Keine Ahnung, es war ein Stückweit der totale Wahnsinn.

Tuesday, 19.12.2006

Logik

Meine Mitteldeutsche Zeitung überrascht mit einer umwerfenden Logik:
Feministin Alice Schwarzer (64) will sich noch nicht zur Ruhe setzen: Obwohl die von ihr gegründete Frauenzeitschrift "Emma" nun 30 Jahre alt wird, zeigten Umfragen, dass "noch einiges getan werden muss"

Saturday, 16.12.2006

Betriebsweihnachtsfeier

Mit Weihnachtsbaum geschmückte Aula. Das BGJ hat Seeteufel gekocht und Wachteleier mit Kaviar. Lustige Spiele mit Männer- und Frauenmannschaften. Gegen 10 zieht sich die Schulleitung zurück. Die Häuslebauer aus dem Speckgürtel besteigen ihre Autos. Die Schülerquäler mit Unterwerfungskompetenz packen ihre Zigaretten aus und die dicke Zigarre, rauchen in der heiligen Aula und hüpfen zu Ike&Tina Turner ekstatisch umher.

Friday, 15.12.2006

Bockelmann

Letztens gab es was von Eske Bockelmann und seinem Buch "Im Takt des Geldes" zu hören. Er stellte alte Musik vor, die keinen klaren Rhythmus hat. Gregorianische Gesänge und dergleichen. Seine These: Moderne Zeit, Ware-Geld-Beziehung und unser Musikverständnis mit der Forderung nach einem klaren Rhythmus gehören zusammen.
Demnächst gibt es von dem Herrn einen Vortrag in Leipzig:

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Thursday, 14.12.2006

Letzter Akt - Sklavenmarkt

So ziehen wir denn los, die Aufzucht unseres Nachwuchses zu Ende zu bringen. Auf dass der Apfel nicht weit vom Stamm falle. Eingliederung eines jungen ostdeutschen Mannes mit schlechtem Schulabschluss in den ersten Arbeitsmarkt. Statistische Erfolgsaussicht 50%. Haare fönen, Anzug, Krawatte - Bewerbungsfotos. Ratgeber lesen: Man verwende diese Sorte Klemmmappe, jene Sorte Papier, klebe das Foto dorthin. Lieber guter Arbeitgeber, meine Arbeitskraft ist besonders gut dazu geeignet, in Ihrem Unternehmen ausgebeutet zu werden. Meine Eltern sind weder wohlhabend, noch konnten Sie mir vermitteln, wie man ohne das Joch der täglichen Maloche menschenwürdig leben kann. So biete ich Ihnen den Großteil meiner Lebenskraft für ein wenig Geld. Greifen Sie zu.

Tuesday, 12.12.2006

Radioasyl

coloRadio aus Dresden kann nur vier Stunden pro Woche senden und hat deshalb bei anderen Stationen ein wenig Asyl bekommen. Das hat mir eine herrliche Blödelpredigt zur Weihnachtszeit beschert, mit Sprüchen wie:
Misstrau
der Tagesschau.
oder
Alle kaufen Kippen,
statt das Kaufen zu Kippen

Monday, 11.12.2006

Bei Gedankenträger

aufgeschnappt: "Das Schlimmste, was Dir passieren kann, ist, dass Du etwas über Dich selbst erfährst." (Woody Allen in "Manhattan.")

Sicherheit geht vor

Jedes Jahr dasselbe. Ein gigantischer Supermarkt voll mit langen Messern, Kettensägen, Alkohol, Zigaretten, Essigessenz, ätzendem Kloreiniger...
Bittere Mandeln gibt es in der Apotheke, aber nur nach Unterzeichnung einer schriftlichen Erklärung.

Saturday, 09.12.2006

Müllermilch und die Sendung mit der Maus

Geistert zwar schon seit einem Jahr durchs Netz, kam heute aber mal wieder per Rundmail bei mir an. Liest man zum Beispiel hier.

Monday, 04.12.2006

Magnetbanduntergrund

Im Kunsthaus Erfurt gab es eine Lesung mit Videos und Musik zum Magnetbanduntergrund Ende der 80er Jahre in der DDR. Allerlei wilde Sachen, die sich auch nach zwanzig Jahren noch gut anhören. Einiges war mir geläufig.
Und ich musste feststellen, dass sich die Art meines Kulturkonsums seit dieser Zeit kaum geändert hat. Es gab damals irgendwelche Privatkonzerte, unter der Hand verteilte Kasetten, Bands, die nicht öffentlich auftreten konnten. Habe ich nicht mitbekommen. Aber was ich mir angesehen habe, waren alle schrägen öffentlichen Sachen: AG Geige und so Performances mit Malerei und Saxophon. Alles was die schröckliche Stasi als Ventil zugelassen hatte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wunderliche Konzerte und Lesungen, garstigtextige CDs im Küchenradio. Der ganze linke Rand der Meinungsfreiheit. Aber ich gehöre nicht wirklich dazu. Finanziere mit einem Teil meines Gehalts durch meinen Kulturkonsum die "Szene".

Saturday, 02.12.2006

Erfurt 3

Friday, 01.12.2006

Mauerarithmetik

Damals, als ich in etwa so alt war, wie meine Zöglinge jetzt, stand die Mauer ungefähr so lange wie sie jetzt wieder weg ist. Für mich waren die Geschichten der Alten über die Zeiten von „vor der Mauer“ genauso weit weg wie die Weltkriege oder die Zeit der Inflation. Jetzt erzählen die Alten von der DDR…

Road to Guantanamo

Eine pakistanische Familie lebt in Großbritannien. Der Sohn der Familie ist dort aufgewachsen. Es ist nun Zeit zu heiraten und er fährt 2001 mit drei Freunden nach Pakistan um die Frau zu heiraten, die man für ihn ausgesucht hat. Es ist noch etwas Zeit bis zur Hochzeit und so machen die vier einen Ausflug nach Afghanistan, dort soll es so tolles Fladenbrot geben. Sie laufen in der Gegend rum, wo die USA Bin Laden vermuten und essen ihr Fladenbrot. Als ihnen auffällt, dass doch ziemlich viele Männer schwer bewaffnet sind und auch noch Bomben vom Himmel fallen, beschließen sie, zurück nach Pakistan zu fahren. Auf dem Heimweg werden sie als vermeintliche Talibankämpfer festgenommen. Dieser „Justizirrtum“ kostet sie Folter und ein paar Jahre Guantanamo. Schließlich stellt sich doch heraus, dass die angeblichen Terroristen brave britische Bürger sind. Das Happy End besteht darin, dass die von den Eltern arrangierte Hochzeit mit einigen Jahren Verspätung doch noch stattfinden kann.
Ein Film über den Rechtsstaat und wie er nur in unkomplizierten Friedenszeiten existiert. Es ist schon eine feine Sache, dass ein Lehrer Ärger kriegt, wenn er seine Schülerinnen haut oder schwängert, dass Mord und Gammelfleisch verboten sind. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es auch der Staat selbst ist, der entscheidet, wann er sich an die Rechtsstaatlichkeit aus dem Sozialkundeunterricht hält. Geheimdienst, Ausnahmezustand oder Notstandsgesetze sind sogar „legale“ Hintertürchen.

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