Thursday, 30.11.2006

Erfurt 2

KarlToon sendet schöne Grüße aus Erfurt:

Erfurt 1

Fachwerkhäuser, verwinkelte Gassen, die Krämerbrücke, das ganze niedliche Mittelalter abzüglich Pest und Hexenverbrennung, dafür mit elektrischen Lichterketten und „Oh Tannebaum“ aus allen Boxen. Oben auf dem Domberg der berühmte sakrale Protzbau.
Ich lese die Spuren der Subkultur. An Bauzäunen und Ruinen kleben die verwitterten Botschaften. Unbekannte Tags und Schablonen. Irgendwie spannender und lebendiger als die an jedem Ort gleichen Geschäfte.

Wednesday, 29.11.2006

Neues aus dem Irak

Die TAZ vermeldet, dass in einer Stadt in Kurdistan die erste öffentliche Toilette für Frauen eröffnet wurde.

Saturday, 25.11.2006

Zwei Welten

DonAlphons hackt Holz und die E-Mail-Junkies verblöden.

Videoabend

Che2001 verhalf mir mit der Grauzone zu einem Abend mit einem Film aus dem Regal Unterhaltung aus der Videothek meines Vertrauens.

Friday, 24.11.2006

Vom Rand zur Mitte

Die Nazi-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat den Zoni gefreut, der sein Geld damit verdient, sich mit Jugendlichen stundenweise in einen Raum sperren zu lassen.
  • Die Alten sind viel brauner, antisemitischer, autoritätsgeiler als die Jungen. Sie hauen nur nicht so oft zu, das machen dann die Äpfel, die nicht weit vom Stamm fallen.
  • Im Westen gibt es mehr Leute mit "gefestigtem rechtsextremen Weltbild". Vielleicht ist ja doch was hängengeblieben vom "verordneten staatlichen Antifaschismus".

Thursday, 23.11.2006

Emsdetten 2

Nach dem neuerlichen Blutbad an einer deutschen Schule hat die Bundesregierung beschlossen, den jungen Menschen in unserem Land und der Welt ein Zeichen zu geben: Gewalt ist kein geeignetes Mittel zur Konfliktlösung. Mit sofortiger Wirkung zieht Deutschland seine bewaffneten Truppen aus allen Ausländseinsätzen zurück und stoppt sämtliche Rüstungsexporte.
Quelle: Meine Träume

Emsdetten 1

Also wenn ich so ein einsamer, junger Mensch wäre, so einer, der früher Hermann Hesse gelesen hätte oder Liebesgedichte von Heine und der sich dann still und leise mit Abschiedsbrief aus dem Leben geschlichen hätte, ich fände die Berichterstattung über Emsdetten aufmunternd. Screenshoots von der Website und Photos vom Geländespiel auf allen Kanälen, genaue Beschreibung des Waffenarsenals, detaillierte Schilderung des Selbstmords mit einer "altertümlichen Pistole". Was für ein Abgang.

Wednesday, 22.11.2006

Ehrlich

Kauder sinngemäß in einem Interview in der Tagesschau vom Montag: "Die Menschen müssen den Eindruck haben, es gehe um sie..."

Sunday, 19.11.2006

Hilf dir selbst, dann hilft die Gott

von Anna Willi. Eine Kleinbäuerin wird aufgerieben von despotischen Schwiegereltern, zu melkenden Kühen und sonstigen Widrigkeiten.
Früher, als ich noch hinter der Mauer lebte, habe ich immer schreckliche Moritaten über die Mühsal des Lebens im Kapitalismus gelesen. Gorki, Jack London, Günther Wallraff oder Robert Linhart mit "Eingespannt".
Jetzt, verfettend und eingezwängt in einen festen Arbeitsvertrag, mit Urlaub, Kühlschrank und Auto fühle ich mich der Bäuerin verwandt. Es ist eine sinnvolle Tätigkeit Kühen, den Mist wegzuräumen oder jungen Menschen was beizubringen. Was zermürbt sind die sinnlosen Organisationsformen.

Helm ab zum Gebet

Großer Zapfenstreich in Halle/S. Konnte/musste mich nicht dazu positionieren. Lag mit Schal um Hals und Krankenschein im Bett.

Thursday, 16.11.2006

Ratschläge

Ein paar gute sind dabei.

Titanic

Ob die Klimakatastrophe, von der alle Welt redet wohl so abläuft wie der Untergang der Titanic. Das Kroppzeug in der dritten Klasse in Afrika verreckt sowieso. In der zweiten Klasse, etwa in Europa wird die "zivilisierte" Infrastruktur möglicherweise auch zusammenbrechen, dann gibt es "survival of the fittest" aus dem Bilderbuch. Und die erste Klasse setzt sich bis an die Zähne bewaffnet in eine Gegend ab, in der es sich noch Leben lässt. Allerdings hatte auf der Titanic keiner Atombomben.

Monday, 13.11.2006

Das Capital spricht

Klaus Schweinsberg in seinem Blog:
Bei Lichte besehen stellen die Hartz-IV-Empfänger die größte Gruppe der Kapitalisten in Deutschland. Das zeigt ein Blick auf eine Familie mit zwei Kindern, die von Arbeitslosengeld II lebt und damit pro Jahr durchschnittlich 21 600 Euro bezieht. Wer dieses Einkommen (vor Steuern) auf dem Finanzmarkt erzielen möchte, braucht mindestens 540 000 Euro Kapital, wenn man eine realistische Rendite von vier Prozent zugrunde legt.
No comment. Drauf gebracht hat mich ein empörter Rundbrief von attac.

Sunday, 12.11.2006

Oral History 4

Der ukrainische Vater schüttelt verzweifelt sein Haupt. Sein Sohn in der deutschen Schule sieht in der zehnten Klasse nicht durch: "Ich begreife nicht, warum ihm das alles so schwer fällt. Solche Aufgaben rechnet man in der Ukraine in der fünften Klasse."

Demokratie

Wenn es um den Castor geht, gibt es immer diese Meldung, dass dort im Wendland das Versammlungsrecht aufgehoben wird, wenn es brenzlig wird. Dieses heilige Versammlungsrecht, das den totalitär unterdrückten Zonis vom Freien Westen immer um die Ohren gehauen wurde.

Friday, 10.11.2006

Dialektik

Wolfgang Leonhard hat sinngemäß in einem Vortrag beschrieben, wie sich die Kommunisten früher gesehen haben: Die Welt entwickelt sich gesetzmäßig von der Urgesellschaft über verschiedene Zwischenstufen zum Kommunismus. Die Kommunisten haben das etwas eher begriffen und helfen der unvermeidlichen Entwicklung ein wenig auf die Sprünge. Genauso wurde mir das auch beigebracht.
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob mir früher schon die Schieflage dieser Konstruktion aufgefallen war: Wenn die gesellschaftliche Entwicklung sowieso schon fest steht wie Jahreszeiten und Sonnenfinsternisse, wozu dann noch anstrengen.
Jürgen Kuczinski hat dann noch so einen mündlichen Ausspruch von Marx überliefert: "Die Menschheit steht vor der Alternative Kommunismus oder Barberei. Ich glaube, dass der Kommunismus siegen wird."
Ich denke dieser Wandel fällt uns parteilehrjahr-geschulten Realsozialismuslinken besonders schwer. Der Wegfall des automatisch auf der Siegerseite Stehens. Es geht nichts seinen sozialistischen Gang. Aber der Ausgang ist ungewiss, hängt vom Handeln jedes Einzelnen ab Dialektik in Reinkultur.

Tuesday, 07.11.2006

Öffentlich-Sachsen-Anhaltinischer Sexismus

Monday, 06.11.2006

Die NPD in meinem Briefkasten

Zur Bürgermeisterwahl hat sich die NPD eine Postwurfsendung geleistet. Ich hatte ja ein lammfrommes Pamphlet erwartet. Aber der Herr Karl wird deutlich. Er fordert/verspricht unter anderem:
  • kommunales Erziehungsgeld für deutsche Familien
  • Scheinasylanten stoppen!
  • Der Kampf gegen Asylmisbrauch muss Vorrang vor multikulturellen Experimenten haben.

Sunday, 05.11.2006

Schröder in Bild und Spiegel

Den Klops der Woche von Radio Blau gibt es bei mir mangels Bandbreite nur im Radio. Heute ging es um den Medienkanzler a.D. mit seinen Memoiren, die so inhaltsdünn seien, dass Bild und Spiegel dasselbe geschrieben haben.

Saturday, 04.11.2006

Weltuntergang total

Klimakatastrophe auf allen Kanälen. In Bild hat die Welt Fieber. Bei MDR-Sputnik gibt es die ganze Welt in zwei Minuten. Diese Welt besteht heute aus Justin Timberlake, der einen MTV-Award abgekriegt hat, und der Meldung, dass es in 40 Jahren keine Fische mehr gibt. Und für die Lehrer gibt es eine Weiterbildung darüber, wo sich die Klimakatastrophe in Deutschland besonders stark auswirken wird.

Friday, 03.11.2006

Failure

Immer wieder schön. Failurebei Google eingeben und bei George W. Bush rauskommen.

Tod eines Blogs

Bandini hat aufgehört.

Belauscht

Eine Studentin fängt, an als Kindermädchen zu jobben. Sie schildert ihre Ängste und Befürchtungen, weil sie keine Kinder kennt.
So ist das, da sitzen wir molekularisiert in unseren Schließfächern, die auch WGs oder sanierte Altbauwohnungen sein können, wir haben Kontakt mit Fernsehserien, Blogs und anderen Virtualitäten, dann noch ein paar sich aus unseren Ausbeutungsverhältnissen ergebende Bekanntschaften. Aber die Kommunikation mit Jungen und Alten, mit Unbekannten wird zur spannenden Ausnahme.

Herbst

In der großen Stadt im Mietshauskeller riecht es nach Herbst. Der Wind hat hinter der Tür einen Laubhaufen angelegt. Und die Äpfel in userem Verschlag duften stärker als leere Bierflaschen und kalter Rauch.
Nur die Pappeln hinter'm nächsten Dach mussten der Sicherheit der parkenden Autos weichen, das macht den Ausblick etwas trister.

Thursday, 02.11.2006

Sprachentwicklung

Sagt doch ein Schüler über den MP3-Player seines Nachbarn: "Was ist das denn für ein Ostteil?" Massenhaft gibt es die Dinger erst seit 2001 mit dem iPod. Natürlich war das dem Frager klar. Aber schon komisch wie "Ost" zum Synonym für altmodisch, schrullig und vergammelt geworden ist.

Wednesday, 01.11.2006

Menschliches

Eine freundliche Geschichte aus der U-Bahn.

Wahlquiz

Bürgermeisterwahl in Halle. Auf den Plakaten gibt es folgende Statements:
  • "Gegen Filz und Korruption." Das ist NPD, unschwer zu erraten.
  • "Für positive Veränderungen." Ein lustiger Slogan eines unabhängigen Kandidaten. Damit unterscheidet er sich gravierend von seinen Gegnern, die im Gegensatz zu ihm keine positiven Veränderungen wollen :-)
Schwieriger wird es mit:
  • Und Halle gewinnt.
  • Halle kann mehr.
  • Ein Unternehmer für Halle.
Zur Wahl stehen CDU, die Linke, SPD.

…read more…

[←newer posts] [older posts→]