Sunday, 27.08.2006

Games Convention II

Natürlich bin ich nicht verbiestert einen ganzen Tag hinter einem Schlüsselbänder und Demos jagendem Teenager hergedackelt. Nicht ganz neu, aber trotzdem interessant:
  • Eine Kunstausstellung zum Spieleklassiker Pong
  • Überhaupt die Sachen unter "GC goes Art". Zum Beispiel Maya-Schönheiten unter der Rubrik "Almost real: Digital Beauties/Character Design"
  • Das Spiel Spore aus der SimsSchmiede. Eine Evolutionssimulation von der Ursuppe bis zum Raumfahrtszeitalter. Ob die Spielemacher dem Spielenden soviel Freiraum wie Lems Fantasie lassen, etwa mit fünfgeschlechtlichen Arten. Was wird man für Zivilisationen kreieren können: wieder nur Vulgärdarwinismus, oder wird es kreativere Optionen geben?

Games Convention I

Was fällt einem Menschen auf, der nicht so richtig zur Zielgruppe der GC:
  • eine ungewöhnliche Messe, bei der man sich nur brüllend mit den Standbetreuern unterhalten kann, weil über den Hallen ein Teppich aus konkurrierenden Bässen liegt.
  • Vorurteile wurden bestätigt. Kaum Stände von kleinen Softwareschmieden, keine neuen Spielideen, na gut die Grafik wird immer besser, die KIs werden weiter entwickelt und es rennen immer mehr Männl über den Schirm.
  • Am Nachmittag sitzen die großen Kinder müde mit flackerndem Blick auf den Bänken, blättern ihre Werbeschätze durch.
  • Erst die Webpräsenz der GC hat mir gezeigt, wie das Ding eigentlich funktioniert. Fachmesse und Publikumsmesse sind völlig voneinander getrennt. In den Messehallen die dröhnende Werbeveranstaltung fürs Volk und im Businesscenter die "eigentliche" Messe. Wegen der letztgenannten Veranstaltung wohl auch der Medienrummel darum, dass die GC die größte Computerspielmesse ist.

Mozart

Theater Apron spielt Mozart im Burggraben der Moritzburg. These: Mozart war eine Frau, die als Mann agieren musste, um komponieren zu können. Das Programmheft kokettiert mit Judith Butler. Die Theatergruppe besteht aus arbeitslosen Profis, die ihre Stimme warm halten.
Kurzweilige Unterhaltung an einem warmen Sommerabend, die selbst meinem "Hochkultur" verachtenden Sohn immer mal ein Kichern entlockte. Der war nämlich überraschenderweise mitgekommen.

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