Monday, 14.08.2006

Der Mönch im Felsen

Vor 1000 Jahren gab es einen christlichen Einsiedler in dem Tal, wo jetzt das Rilakloster liegt. Mit 25 ist er in den Wald gezogen, lebte von Kräutern, Fasten und Beten. Nach 20 Jahren war er so populär, dass er eine ganze Fangemeinde hatte. Heute ist seine Höhle Wallfahrtsort und kleiner Zwischenstopp für Touristen.
Wir trafen einen dunkelblau gewandeten, bärtigen Herrn mit orthodoxem, hohen Hut. Die ihn begleitenden Frauen waren auch ganz eigenartig vermummt.
Dann krabbelten wir durch die dunkle Höhle des Einsiedlers. Im Licht des High-Tech-Handys erkannte man ein paar Ikonen. Unter großem Gekicher schob sich der Strom der dicken Touristen durch einen engen Schornstein wieder nach oben ans Tageslicht.
Draußen eine wohlschmeckende Quelle und ein Bildnis des Heiligen. Ein bulgarisches Pärchen pflegte die Traditionen.
Er trank einen Blechnapf voll Quellwasser. Sie fotografierte den erhabenen Moment.
Dann schrieb sie mit einem Kugelschreiber ihre Wünsche auf ein Stück Papier und steckte ihn in eine Ritze nahe der Quelle. Er filmte sie dabei.

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