Monday, 14.08.2006
Basarwirtschaft
Im deutschen gibt es Markt und Basar. Der zivilisierte, gute, alles regelnde Markt und der barbarische/exotische Basar. In einer bulgarischen Zeitung fiel mir der Terminus "електрически пазар" auf. In einer deutschen Zeitung wurde Basarwirtschaft mal als Schimpfwort verwendet. Wie denkt man in einer Sprache, die Basar und Markt nicht unterscheidet?
12:27
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Kurze Begegnung
Die Vater-Sohn-Männerrunde ging vom Abendessen nach Hause, Mathias mit coolem T-Shirt, ich mit teurem Hemd. Ein solariumbrauner Typ mit Wappen-Poloshirt fragte uns: "Where are you from?" "Germany." Er betonte, dass er jetzt in Miami lebe. Ob wir wissen, wo das sei. Dann machte er eine weitschweifende Handbewegung, die die armseligen Büdchen umfasste, die recht amateurhaft versuchen ihren Anteil vom Kuchen der Dienstleistungsgesellschaft zu erhaschen. Es gefalle ihm hier nicht. Ich hatte keine Lust auf small talk mit einem Mann aus Miami, der das heutige Bulgarien nicht mag und blaffte ihm entgegen: "That is what market economy made of socialism." Der Mann stutzte, hatte vielleicht Zustimmung erwartet, aber er gab zu: "That is correct."
12:22
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Der Mönch im Felsen
Vor 1000 Jahren gab es einen christlichen Einsiedler in dem Tal, wo jetzt das Rilakloster liegt. Mit 25 ist er in den Wald gezogen, lebte von Kräutern, Fasten und Beten. Nach 20 Jahren war er so populär, dass er eine ganze Fangemeinde hatte. Heute ist seine Höhle Wallfahrtsort und kleiner Zwischenstopp für Touristen.
Wir trafen einen dunkelblau gewandeten, bärtigen Herrn mit orthodoxem, hohen Hut. Die ihn begleitenden Frauen waren auch ganz eigenartig vermummt.
Dann krabbelten wir durch die dunkle Höhle des Einsiedlers. Im Licht des High-Tech-Handys erkannte man ein paar Ikonen. Unter großem Gekicher schob sich der Strom der dicken Touristen durch einen engen Schornstein wieder nach oben ans Tageslicht.
Draußen eine wohlschmeckende Quelle und ein Bildnis des Heiligen. Ein bulgarisches Pärchen pflegte die Traditionen.
Er trank einen Blechnapf voll Quellwasser. Sie fotografierte den erhabenen Moment.
Dann schrieb sie mit einem Kugelschreiber ihre Wünsche auf ein Stück Papier und steckte ihn in eine Ritze nahe der Quelle. Er filmte sie dabei.
12:21
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