Saturday, 12.08.2006

Borovec

Ein paar Hotels und Büdchen im Wald im Rilagebirge, vom König im 19. Jahrhundert als Jagdsitz gegründet. Jetzt erzählen die Leute Storys der Wandelzeit:
Als die Königstochter geheiratet hat, da wurde die Zufahrtsstraße von Sofia neu geteert.
Einer der vielen Rohbauten ist ein weißes Märchenschloss, eine Kreuzung aus Disneyland und Neuschwanstein. Vorn poststalinsistischer Zuckerbäckerstil, hinten ein Feuchtbiotop zwischen den Stahlbetonwänden für die Tiefgarage. Das hatte ein bulgarischer Mafiaboss angefangen. Doch der ist in den Niederlanden erschossen worden, weil er seine Schulden nicht bezahlt hatte.
Und natürlich der Stoßseufzer über das alte Borovec, dass es nicht mehr gibt.

Hilfskräfte der Dienstleistungsgesellschaft

In Deutschland sind Klo- und Putzfrauen, Parkplatzwächter und andere niedere Geschöpfe der Dienstleistungsgesellschaft häufig dick, zahnlos, pickelig oder anders missgestaltet oder wenigstens Ausländer. Nicht so in Bulgarien. Die Hottellobby wurde von schönen Frauen mit aufwendig frisierten Haaren geschrubbt. Der Mann der unser Auto bewachte, machte nicht den Eindruck, als ob ihn die Bedienung der Parkplatzschranke an die Grenze seiner intellektuellen Leistungsfähigkeit brächte.

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