Wednesday, 17.05.2006

Oxygenien

Ach ja das gute alte Buch von den Rüsselträgern. So ein alter, kommunistischer Science-Fiction, der auch noch in Beziehung zu THX-1138 steht. Auf einem ökologisch verseuchten Planeten gab es drei Kasten...
Die Rüsselträger lebten in einer giftigen Atmosphäre. Sie mussten Maschinen bedienen um Sauerstoff zu bekommen. Den Rest der Zeit guckten sie Fernsehen und freuten sich auf das große Frühlingsfest, wo sie für kurze Zeit die Masken abnehmen durften und reichlich Sauerstoff bekamen. Die Sicherinnernden waren die Wissenschaftler. Sie bekamen mehr Sauerstoff und Luxus. Geistige Arbeit machte das einfach nötig. Und dann gab es natürlich noch die in Saus und Braus Lebenden, die den Rest unterdrückten und das auch in Ordnung fanden. In dieser groben Vereinfachnung beschreibt das ja ganz nett die heutigen Verhältnisse.
Aber beim nochmaligen Lesen sind mir zwei wesentliche Unterschiede zu den realen Gegebenheiten aufgefallen.
Die Kasteneinteilung ist fließend.
Bei den Wissenschaftlern wurde am Gehirn rumoperiert, damit sie nur mit dem Teil des Kopfes dachten, der für ihr Spezielgebiet wichtig war. Zur Kontrolle mussten sie immer mal zum EEG. Wer diese EEG-Prüfung nicht bestand wurde zum Rüsselträger degradiert. Ja und an der Stelle wird es marxistisch einfach, so wie wir es mal gelernet haben. Die Menschen wurden durch Psychopharmaka und Hirnoperationen in ihre Knechtschaft gezwungen. Aber leider funktioniert Unterdrückung diffizieler, reproduziert sich im Subjekt ohne ständigen direkten äußeren Zwang. Die scheißende Angst vor Verelendung oder einfach nur Veränderung hält die "Sicherinnerden" von Heute am Funktionieren.

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