Tuesday, 16.05.2006

Blutspenden

Blutspenden ist eine angenehme Sache. Nicht nur wegen dem Schub von Hormonen und Botenstoffen, die mich für ein paar Stunden in beste Laune versetzen. (Der alte Aderlass aus dem Mittelalter lässt grüßen.) Nein es ist vielmehr das drumherum.
Normalerweise bin ich Kunde/Konsument/Bittsteller, mein Gegenüber lebt davon, dass es freundlich zu mir ist. Oder ich bewege mich im Rahmen meiner Bekannten/Verwandten/Kollegen. Die Leidensgemeinschaft der unterdrückten Prolls, die sich ständig gegenseitig versichern, wie schlecht es ihnen geht und dass man nichts dagegen machen kann. Im Lehrerzimmer sitzen und die Stunden oder Tage bis Feierabend/Freitag/Ferien/Rente zählen...
Beim Blutspenden fühlt sich die Sache anders an. Die Weißbekittelten sind freundlich, weil sie mit Menschen umgehen, die freiwillig etwas geben. Und uns Spender verbindet die Irrationalität des Altruismus. Ja natürlich wird Blut auch immer mal verscheuert, man kann AIDS kriegen und überhaupt ist Deutschland führend bei der Operationseifrigkeit... Aber wir machen DAS trotzdem, ohne Gegenleistung, weil es gut für andere ist.
Wie Subbotnik oder mit Unbekannten eingehakt bei einer Demo auf der Straße hocken.

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