Wednesday, 26.04.2006

1200 Jahre Halle

Ach ja, bin ich schnitzlerverseucht, kann mich über gar nichts freuen, nicht mal über das Festprogramm zum 1200jährigen Stadtjubiläum von Halle:
Da gibt es zum Beispiel:
"300 Jahre interkultureller Dialog im Spiegel der Dänisch-Halleschen Mission."
Dass das Ziel christlicher Mission ein interkultureller Dialog war, ist mir neu.
Oder: "Erst nach der Wende entfielen Zensurbestimmungen. In den Folgejahren tat sich mit Erscheinen der "Mitteldeutschen Zeitung", des "Halleschen Tageblattes", "Express", "Bild" und anderer periodischer Blätter wieder eine bunte Zeitungslandschaft auf." Es kann ja sein, dass in den "anderen" periodischen Blättern der ein oder andere originäre Gedanke vorkommt. Aber die namentlich genannten sind zwar bunt, teilweise sogar mit täglich wechselnden Titten, aber was die Weltsicht angeht, so sind sie doch recht gleichgeschaltet.
Dann noch eine Ausstellung WandelHalle. Die Abbildungen: Auf der einen Seite: Elfgeschosser, die abgerissen werden, Minischwarzweißbilder, eine häßliche Aufnahme der Hochstraße. Das ist die "städtebauliche Hinterlassenschaft aus 40 Jahren DDR." Auf der anderen Seite: eine bunte Computergrafik vom neuen Riebeckplatz mit ganz vielen Bäumen und ganz wenig Autos und eine Luftaufnahme von der Saale mit grünbewaldeten Ufern. Drunter steht was von "Bestandsaufnahmen, Betrachtungen und Visionen"
Ich hab mal wieder 26 Jahre meines Lebens in der Hölle verbracht und lebe jetzt im Paradies.

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