Tuesday, 28.02.2006

Schöne neue HDCP-Welt

Im Bootsektor-Blog und in der Wikipedia nochmal über HDCP nachgelesen. Wenn es so klappt, wie es sich die Macher vorstellen, wird es also demnächst DVDs geben, die perfekt kopiergeschützt sind und sich nur auf einem kompletten System aus Abspielgerät und Monitor anzeigen lassen.
Damit schließt man alle Geizigen, Update-Unwilligen und alle Armen aus, ob sich das rechnet.
Mir egal, wenn ich mir überlege, welche Kultur mir gefällt, dann besteht da kein Zusammenhang zu den Produktionskosten. Und wenn ich mir keine teure Kultur mehr leisten kann oder will, dann gibt es genügend Gutes abseits vom Mainstream.

Monday, 27.02.2006

Karikaturenstreit

No comment:
A Danish paper publishes a cartoon that mocks Muslims.
An Iranian paper responds with a Holocaust cartoons contest
Now a group of Israelis announce their own anti-Semitic cartoons contest!

Saturday, 25.02.2006

Phishing

Auf der tollen Adresse my.hypovereinsbank.de.prot.templates.d6vf5r3s.bestreplicagifts.com gab es mal den Versuch gleich 10 TANs auf einmal einzusammeln, allerdings in gebrochenem Deutsch ohne Umlaute:
Tasten Sie bitte 10 geltende TAN-Koden aus Ihrer TAN-Liste ein (Wenn die TAN-Zahl von den geltenden Koden weniger als 10 ist, dann mussen Sie bitte alle aktuellen TAN-Koden eintasten)

Thursday, 23.02.2006

Was plant die FDP?

Plant die FDP die Eroberung Leipzigs oder sollten wir Sachsen-Anhalter den ganzen Harz fordern?

Wednesday, 22.02.2006

Karikaturenstreit

Auf honestly-concerned gibt es Karikaturen aus Ländern, in denen Menschen leben, deren religiöse Gefühle durch dänische Mohammed-Karikaturen verletzt werden.
Wobei ich als Atheist nicht nachvollziehen kann, was ein religiöses Gefühl ist.

Tuesday, 21.02.2006

Endlich Frühling

  1. Auf dem großen kahlen blattlosen Schul/Knast/Kasernenhof grölt eine Amsel.
  2. Es gibt mehr Licht.
  3. Die Straßen führen ihre frischen Schlaglöcher vor.

Sunday, 19.02.2006

Vereinigung

Helmut Kohl wäre stolz auf "diese" Jugend. Fragt mich doch eine Auszubildende (bescheuertes Wort), ob Göttingen in Sachsen-Anhalt liegt. Die Zeit heilt alle Wunden auch die, die dem Deutschen Reichskörper mit bester Absicht beigefügt wurden. Nun wächst sie wieder die Deutsche Volksseele, wird groß und mächtig...

Saturday, 18.02.2006

Festung Europa

Jede Mauer hat zwei Seiten.
Aufgeschnappt in einem Beitrag über die Außengrenzen von Europa und den Kampf gegen diese Flut von Wirtschaftsasylanten, die dabei ist, die Alte Welt unter sich zu begraben.
Wer jemanden aussperrt, sperrt sich selbst ein.

Friday, 17.02.2006

Lichtblick

Hat mich doch so ein anverwandter junger Studienanfänger was gefragt und ich konnte antworten: In einen Kessel strömen pro Sekunde 150 cm³ Wasser. Welcher Wasserstand wird erreicht, wenn im Boden des Kessels ein Loch mit der Querschnittsfläche von 0,5 cm² ist? Antwort dazu 45,9 cm. Ein bißchen im guten alten Lindner geblättert und ich hab's noch rausgekriegt.
Irgendwann kam schon einmal ein Schüler, der angefangen hatte, Maschinenbau zu studieren. Der musste Kräfte an Brücken und anderen Tragwerken ausrechnen und ich hatte keine Chance, weil ich mich immer nur mit einem Balken und den entsprechenden Drehmomenten auseinandergesetzt hatte...

Thursday, 16.02.2006

Oktoberklub

Als ich nach einem Liedtext von Bernadette La Hengst kramte und natürlich die Tourdaten checkte, landete ich beim Nachfolger des Festivals des politischen Liedes. Nach zehn Jahren Pause gibt es diese Veranstaltung seit 2000 wieder.
Fällt mir der Peter Hacks ein, der mal sinngemäß über die Wende sagte, das sei eine Unterbrechung der Revolution gewesen und sowas gibt sich nach vielleicht 15 Jahren und das passt wieder zu Silver und den Forces of Labor

Tuesday, 14.02.2006

Der Wille zum Sieg

Drei Geschichten:
  1. Bis zum Alter von 4 oder 5 Jahren war meinem Sohn das Konzept Wettbewerb fremd. Erst als wir mit einer anderen Familie mit einem ehrgeizigen Vater Urlaub machten, änderte sich das. Wann immer die beiden Söhne der Familie etwas zusammen spielten, gab der ehrgeizige Vater die Richtung vor: "Who is the winner?"
  2. Leider ohne Quellenangabe geistert mir im Hirn die Story von "wilden Eingeborenen" herum, denen man Basketball beigebracht hatte. Die fanden das Spiel auch toll, aber was das mit dem Punktezählen sein sollte, konnten die "Wilden" einfach nicht begreifen.
  3. Donata Elschenbroich legt in ihrem Buch "Weltwissen der Siebenjährigen" fest, dass Siebenjährige gewinnen wollen und verlieren können sollen. Also müssen sie es erst lernen.
Das gibt Hoffnung.

Monday, 13.02.2006

Was bleibt?

Es ist ein alter Hut, dass eine Papyrusrolle oder ein Keilschrifttäfelchen länger halten als das heutige Säurepapier oder eine CD, dass die jetzige Zeit mal zu den am schlechtesten
dokumentierten gehören wird. Wenn man dann noch daran denkt, wie die Archäologen neugierig in den Müllhaufen der Geschichte wühlen und sich vorstellt, wie unser Müll fein säuberlich verfeuert oder kompostiert wird, dann scheint es nicht unmöglich, dass von uns fast gar keine Spur bleibt, nur eine Legende von einer untergegangenen Kultur. Eine Legende wie die Verteibung aus dem Paradies, die Geschichten der Hopi oder Atlantis...

Saturday, 11.02.2006

Schiller und Jean Paul in Dresden

Ach diese garstigen konkret-Texte. Lassen doch an nichts und niemandem ein gutes Haar. Gunnar Schubert wettert in seinem Buch "Die kollektive Unschuld" gegen den Dresdner Opfermythos. Ein gutes Gegengift gegen Guido Knopp.
Und Schubert stößt sogar auf Dichter und Denker, die schon wesentlich früher die sächsische Gemütlichkeit nicht so richtig toll fanden:
Im Dezember 1788 teilte Schiller mit, was er während seines Dresden-Aufenthalts an menschlichem Elend, an »verstümmelten Abdruck oder vielmehr einer Ruine, die ehemals Geist oder Herz beseelte«, zu Gesicht bekam. »Die Kursachsen sind nicht die liebenswürdigsten von unseren Landsleuten, aber die Dresdner sind vollends ein seichtes, zusammengeschrumpftes, unleidliches Volk, bei dem es einem nie wohl wird.« Sie »schleppen sich in eigennützigen Verhältnissen herum, und der freie, edle Mensch
geht unter dem hungrigen Staatsbürger ganz verloren, wenn er anders je dagewesen ist«.
Und knapp zehn Jahre nach Schiller berichtete Jean Paul in einem Brief: »Ich habe meine demokratischen Zähne geknirscht, am meisten über das gekrümmte Schranzenvolk von Dresdnern, die nicht schön, nicht edel, nicht lesbegierig, nicht kunstbegierig, sondern nur höflich.« Während viele historische Beschreibungen sich positiv auf die Kunstsammlungen beziehen, fällt eher selten ein freundliches Wort über die Bewohner der Stadt.

Friday, 10.02.2006

Let them sing it for you

Radio Corax hat einen zwei Jahre alten Hut aus Schweden vorgestellt. Erik Bünger hat Wortschnippsel aus Popsongs gesammelt, jetzt kann man auf "Let them sing it for you" einen englischen Text eingeben, sich vorsingen lassen und beobachten, wie die ins Hirn gebrannten Ohrwürmer sich durch kürzeste Zitate wieder in Erinnerung bringen.

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Thursday, 09.02.2006

Dark Horse

Der Trailer war vielsprechend. Ein Feuerwerk skuriller Einfälle. Eine dänische Komödie über die üblichen Looser der Neuzeit.
Ganz im Sinne von Elling oder Italienisch für Anfänger.
Aber irgendwie war die Sache nicht rund. Die besten Gags waren aus dem Trailer bekannt. Der Rest waren photografische Einfälle, waren isolierte Bilder: Die zugepilzte Verkäuferin beim Bäcker bittet die Kuchenstücke nicht abzuhauen, der dicke
Mann hat sich an Massagegeräte angeschlossen und zappelt vor sich hin und die lebenslustige Oma kommt mit der Kettensäge aus
dem Gebüsch. Ach nein das letzte Bild ist schon wieder aus dem Trailer.

Wednesday, 08.02.2006

Bush wird grün

Alles wird gut. George Bush hat sich in seiner "State of the union"-Rede als globaler Umweltschützer geoutet:
Im innenpolitischen Teil der Rede kündigte der US-Präsident Anstrengungen in der Energiepolitik an. "Amerika ist süchtig nach Öl, und das stammt oft aus instabilen Regionen." Bush schlug vor, durch Alternativenergien den Ölimport der USA aus dem Nahen Osten bis 2025 um 75 Prozent zu verringern. Als Kraftstoff für Autos nutzbares Methanol soll bis 2012 marktreif sein.

Quelle: Berliner Morgenpost

Tuesday, 07.02.2006

Karikaturenstreit

Da war ich ein paar Tage offline, hab nur mit halbem Ohr die großen Schlagzeilen gehört und setze mich an die Maschine, um mir von den schröcklichen Bildern selber ein Bild zu machen. Irgendwas mit Allah und Cartoon bei google eingegeben und die Beiträge von Welt, faz und anderen überflogen - da wird man wohl die Sachen finden oder wenigstens einen Link. Aber nichts. Die sonst so bildgewaltige Medienwelt hält sich zurück. Na gut, es gibt noch flickr. Da gibt man ein paar passende Suchbegriffe ein und kann sich selbst ein Bild machen...
Dann war da noch der Montagskommentar auf Radio Corax: Es wurde an den Prager Fenstersturz erinnert, der zum Anlass genommen wurde binnen 30 Jahren ein Drittel aller Mitteleuropäer abzuschlachten.

Monday, 06.02.2006

Sommer vorm Balkon

Ach ja, ein schöner Film im Puschkino. Mit noch ein paar anderen Softi-Weichei-WindelumdenHals-Funktionsjackenträger-Männern allein im Kino mit lauter Rotwein schlürfenden Frauen. Ein Film um eine geschiedene, arbeitslose Mutter, die sich nach einer halben Vergewaltigung ins Koma säuft und ihrer Freundin, die sich in einen völlig bekloppten Macho verliebt und davon lebt, debilen Alten den Arsch abzuwischen. Und das ganze als freundliche leichte Komödie.
Was mir noch aufgefallen ist:

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Friday, 03.02.2006

Die DVU ist da

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirft ihre braunen Schatten voraus. Die Frey-Millionen haben begonnen zu fließen:
Alle Männer von 18 bis 30 werden von der DVU Post bekommen.
Und die Wahlplakate sind da. An der Ausfallstraße nach Leipzig hängen sie an jedem Mast, drei übereinander und weit oben. Im Kampf gegen diese Pest wird es nicht reichen, sich mit einer Kneifzange auf die Querstange eines Fahrrades zu stellen.

Thursday, 02.02.2006

Vortrag Prof. Türcke

Dann gab es an der HGB noch einen Vortrag von Prof. Türcke zu Schrift und pseudokritischer Postmoderne.
Ich habe etwas genauer gelernt, was Dekonstruktivismus ist und dass es schlecht ist die Relation zu hypostasieren, zur Sache selbst werden zu lassen.
Es gab die These, dass Schrift als Zeichen bei Opferhandlungen begann, als Kainsmal und damit viel älter ist als irgendeine Keilschrift in Tontafeln. Und dann den Bogen zum Heute: Logos durchlaufen die Geschichte der Schrift rückwärts. Das Branding soll das Logo ins Hirn brennen wie das Zeichen des Viehbauern in die Haut seiner Kuh.
Am wichtigsten und angenehmsten war für mich jedoch die Tatsache einen Abend lang mit über hundert Leuten freiwillig in einem Zimmer zu sitzen und ernsthaft über schwierige und komplexe Zusammenhänge zu reden, es nicht den alten Griechen, Hegel oder Adorno zu überlassen, dass Verhältnis von Sein und Bewußtsein endgültig geklärt zu haben.

Wednesday, 01.02.2006

Ebermann & Trampert

Gestern gab es im Conny Island Ebermann und Trampert.
Als erstes das Genöle, dass zu wenig Alte im Publikum sitzen. Da haben sie wohl recht. Ganz "normales" linkes Kabarett und trotzdem sitzen im Publikum fast nur junge Leute als ginge es um eine wilde Punkorgie.
Jedenfalls nehmen sich die beiden verschiedene Themen vor: den Pabst, Reinhard Mey, Märchen von Grimm bis Blüm, Sozialschmarotzer. Und dann wird ganz garstig aus FAZ und Spiegel, aus taz und Junger Freiheit zitiert - so zusammengestückelt, dass es dem schwarz gekleideten deutschland-kirche-lohnarbeits-kapitalismuskritischen Publikum eine wahre Freude ist.

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